Energie Atom-Meiler: Fragen zu Vorfällen

Gundremmingen / Niko Dirner 07.08.2018

Eine „deutliche Häufung von meldepfichtigen Ereignissen im Atomkraftwerk Gundremmingen“ sehen die drei Grünen-Landtagsabgeordneten Christina Kamm (Augsburg), Rosi Steinberger (Niederbayern) und Martin Stümpfig (Franken). So habe es seit Mitte Mai vier Vorfälle gegeben, zwei davon während der Revision von Block C.

Dabei sei unter anderem festgestellt worden, dass die Schleuse des Sicherheitsbehälters undicht war. Tatsächlich teilte das Kraftwerk am 25. Mai mit, dass sich ein Druckausgleichskugelhahn einer Schleuse „partiell“ geöffnet habe, wodurch geringfügig Luft aus dem Sicherheitsbehälter ins Reaktorgebäude eingetreten sei. Ob oder wie stark diese Luft radioaktiv belastet war, sei unklar, sagen die Abgeordneten. Obgleich der Betreiber mitteilte, es habe keine Gefahr für Personal oder Bevölkerung bestanden.

Wie neue Lecks verhindern?

Die Abgeordneten wollen deshalb nun von der bayerischen Staatsregierung einige Fragen beantwortet wissen. Etwa, ob definitiv ausgeschlossen werden kann, dass die Leckage nicht auch schon im Betrieb des Reaktors vorhanden war. Und was hätte passieren können, wenn im Sicherheitsbehälter der notwendige Unterdruck gefehlt hätte. Zudem, wie die Aufsichtsbehörde sicherstelle, dass eine solche Leckage sich nicht wiederholen kann – und wie der Vorfall intern im Kraftwerk besprochen worden ist.

Schwerwiegende Folgen hätte ein Vorfall in der der ersten Mai-Hälfe haben können. Damals war nach einem Gewitter die 400-Kilovolt-Leitung, die das Atomkraftwerk Gundremmingen mit Strom versorgt, ausgefallen. Nur weil sich, wie vorgesehen, das 110-Kilovolt-Reservenetz zuschaltete und ein Notstromdiesel­aggregat anlief, fiel im Meiler nicht für längere Zeit der Strom aus. Das könnte zur Folge haben, dass die Brennstoff-Kühlung und die Leittechnik nicht mehr funktionieren.

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