Flüchtlinge Asyldialog: Hilfe für freiwillige Helfer

Wollen sich integrieren: Abdul Sarwari (links) und Samir Ghafoori, Auszubildende bei der Spedition Allgaier.
Wollen sich integrieren: Abdul Sarwari (links) und Samir Ghafoori, Auszubildende bei der Spedition Allgaier. © Foto: Benjamin Merkle
Kreis Neu-Ulm / Benjamin Merkle 12.05.2018

Menschen aus Krisengebieten, denen die Flucht nach Deutschland geglückt ist, erwarten mitunter schier endlose Behördengänge, die ohne grundlegende Sprachkenntnisse schnell zu einem Albtraum werden können. Hier kommen freiwillige Helfer ins Spiel, die aber oft selbst mit den an ihre Schützlinge gestellten Anforderungen überlastet sind. Hilfe für ehrenamtliche Helfer im Kreis gab es kürzlich beim Dialogforum Asyl im Neu-Ulmer Landratsamt.

Es bestand die Möglichkeit, Fragen und Beschwerden an die Verantwortlichen aus Landrats- und Arbeitsamt zu richten. Ein zentrales Thema des Abends war die Weigerung der zuständigen bayrischen Ämter, Flüchtlingen ihre Ausweise nach der Prüfung zurückzugeben.

Eine Beschwerde, die besser in Richtung Politik adressiert worden wäre, wie es in der Runde hieß. Denn als geduldeter Flüchtling erhalte man als Ersatz einen sogenannten blauen Pass.

 Eine Regelung, die die meisten Helferkreis-Mitarbeiter kritisch sehen. Auch die Tatsache, dass es den verschiedenen Ämtern offenbar nicht möglich ist, Briefe erst zu einem Übersetzer zu schicken, verärgert die Helfer. Vor allem aber forderten die anwesenden Freiwilligen mehr Respekt von Seiten der Behörden und eine engere Zusammenarbeit zwischen Helfern und Beamten. Man war sich einig: „Ohne uns wären die Ämter heillos überfordert.“

Für einen gelungenen Abschluss des Abends sorgte der Erfahrungsbericht zweier junger Männer aus Afghanistan. Die beiden Flüchtlinge Abdul Sarwari und Samir Ghafoori machen zur Zeit eine Ausbildung bei der Spedition Allgaier. Sie berichteten von den Problemen, mit denen sie täglich zu kämpfen haben. Vor allem die Theoriestunden in der Fahrschule machten zu schaffen. Zu Hause in Afghanistan gäbe es schließlich längst nicht so viele Regeln im Straßenverkehr wie hier, witzelte Ghafoori. „Es klappt nicht immer alles so wie wir uns das vorstellen, aber wir geben uns Mühe. Wir wünschen uns ein gutes und sicheres Leben“, sagte er.

Für Bestürzung aber sorgte die Aussage, dass die Auszubildenden offenbar keine Hilfe von ihren Mitschülern erhalten. Stattdessen seien sie regelmäßig Spott und Beleidigungen ausgesetzt. Was keine leichte Situation für einen jungen Menschen alleine in einem fremden Land sei.