Bellenberg Asyl-Thema erstmal vertagt

Bellenberg / INGRID WEICHSBERGER 25.07.2015
In zwei Wochen wird sich der Gemeinderat Bellenberg mit dem Asyl-Heim befassen. Eine weitere Verschiebung war gewünscht, geht aber nicht.

Die Entscheidung, ob dem Nutzungsänderungsantrag zur Einrichtung einer Unterkunft für Asylsuchende auf dem Schrapp-Gelände im Gewerbe- und Mischgebiet Hammerschmiede zugestimmt werden kann, hat der Gemeinderat Bellenberg nach einer ausgiebigen Diskussion vor zahlreichen Zuhörern vertagt. Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll es dazu eine Sondersitzung geben.

In der Sitzung wurde deutlich, dass es nicht nur um die bereits vergangene Woche bekannt gewordene geplante Unterbringung von bis zu 90 Flüchtlingen in der ehemaligen Zimmerei der Firma geht. Sondern, dass es darüber hinausgehend mit dem Landratsamt Neu-Ulm abgesprochene Überlegungen gibt, in der ehemaligen Schlosserei des Unternehmens eine Notunterkunft für bis zu 30 Menschen zu schaffen. Zudem bietet das Areal weiteren Wohnraum: Es gibt dort noch ein leerstehendes Zweifamilienhaus sowie Büroräume.

Gemeinderat Wolfgang Schrapp, der auch Kreisvorsitzender der Freien Wähler ist, wurde im Gemeinderat aufgefordert, seine Bauvoranfrage für die besagte Nutzungsänderung zurückzuziehen. Das tat er aber nicht. Gemeinderat Dietmar Jäckle gestand daraufhin ein, dass es ein riesiger Fehler gewesen sei, dass die Gemeinde das Kaufangebot für das Betriebsgelände zu Beginn dieses Jahres abgelehnt habe. Wie berichtet, ist Wolfgang Schrapp mit seinem Holzbaubetrieb nach Illertissen umgezogen. In Bellenberg konnte er kein geeignetes Grundstück für den Ausbau der Firma finden. Jäckle unterstützte den Antrag des Kollegen Harald Daiber, die Entscheidung zu vertagen, um eine Denkpause einlegen zu können.

Auch Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller fand diese Idee gut. Sie schlug vor, das Thema nach der Sommerpause in der ersten Sitzung des Gemeinderates im September auf die Tagesordnung zu setzen. Doch Bauamtsleiter Thomas Eisenhut bremste die Verzögerer aus: Mit Verweis auf die gesetzlichen Vorgaben machte er deutlich, dass der Gemeinderat zum Nachdenken und Entscheiden genau zwei Wochen Zeit habe - ansonsten gelte der Antrag von Schrapp ohne Beschluss als genehmigt.

Wie berichtet, gibt es einen großen Protest in Bellenberg gegen die Unterbringung von Asylbewerbern. Zu einer Infoveranstaltung am Mittwoch kamen rund 500 Bürger.