Kreis Neu-Ulm / OLIVER HEIDER Für die archäologische Sammlung des Landkreises zeichnet sich eine Lösung ab: Das Landratsamtgebäude in Illertissen könnte Exponate beherbergen.

Illertissen könnte um eine dauerhafte Attraktion reicher werden. Die Idee weiterzuverfolgen, im Landratsamtgebäude die archäologische Sammlung des Landkreises auszustellen, haben der Bau- und der Kulturausschuss des Kreistags beschlossen. Er folgte einem Antrag der CSU, die den Standort für "hervorragend geeignet" hält. Das Amtsgebäude sei vom Bahnhof zu Fuß erreichbar, es gebe bei der Illertalklinik genug Parkplätze, so die Christsozialen. Der Kostenaufwand sei überschaubar, das Gebäude gehöre dem Landkreis. Der Fachbereich Hochbau soll die Kosten schätzen. Ob das Vorhaben ins Investitionsprogramm aufgenommen wird, wird im Rahmen des Haushalts 2014 beraten.

Im Dezember 2007 hatte der Kreistag beschlossen, das Archäologische Museum Neu-Ulm aufzulösen. Ein Teil der Exponate wurde im darauffolgenden Sommer zur Archäologischen Staatssammlung nach München gebracht. Der andere Teil lagert bis heute in den Räumen der alten Fachhochschule. Die Investitionskosten für ein neues Museums hätten laut einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2009 für die Standorte Neu-Ulm, Weißenhorn und Roggenburg zwischen 3,9 und 5,2 Millionen Euro betragen. Das war dem Landkreis zu teuer.

Auch andere Standorte kommen nicht in Frage: etwa die Klosterbrauerei in Elchingen oder die Weberei in Senden. Letztere wäre laut Richard Ambs (CSU), Kreisarchäologe und Kreisrat, "sehr interessant gewesen". Jedoch hätte die Sammlung nur zehn Prozent der Fläche gebraucht; andere Nutzer waren nicht in Sicht. "Die vorgeschlagene Lösung ist die kostengünstigste", argumentierte Ambs, der mit Experten schon ein Grobkonzept erarbeitete.

Laut Kreisbaumeister Rudolf Hartberger ist das Gebäude in Illertissen tragfähig genug; der Brandschutz sei zu gewährleisten. Zudem müsste ein Aufzug gebaut werden, weil die Polizei und die KfZ-Zulassungsstelle - wie Landrat Erich Josef Geßner sagte - im Gebäude bleiben. Illertissen ist eine Museumsstadt", sagte Geßner. Dort gibt es ein Garten- und ein Bienenmuseum. "Insofern passt das gut." Zu Bedenken Gerhard Leopolds (FW), im dritten Stock sei ein Museum nicht zugkräftig, sagte er: "Das Bienenmuseum ist im ersten Stock und hat 10 000 Besucher pro Jahr."