Justiz Arbeiter tot: Strafbefehl gegen Chef

Senden / nid 08.04.2017

Die Einsatzkräfte brauchten Stunden, um den Verunglückten auszugraben – zu retten war er aber nicht: Im November 2015 ist ein 45-jähriger Arbeiter aus dem Landkreis Günzburg in einer Baugrube in Aufheim verschüttet worden. Wie die Staatsanwaltschaft Memmingen auf Nachfrage mitteilt, hat das Amtsgericht Neu-Ulm den Chef des 45-Jährigen, also den Inhaber der mit den Aushubarbeiten beauftragten Baufirma, inzwischen zu einer Geldstrafe verurteilt – und zwar wegen fahrlässiger Tötung. Die Ermittlungen hätten ergeben, sagt die Staatsanwaltschaft, „dass Unfallverhütungsvorschriften nicht eingehalten worden waren“. Kurz nach dem Unfall hatte die Polizei schon gemutmaßt, dass neben der Grube abgelagerte Aushub abgerutscht war. Dagegen war die Grube nicht gesichert. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Höhe der Geldstrafe nennt die Staatsanwaltschaft nicht, weil daraus Rückschlüsse auf das Einkommen des Inhabers der Baufirma gezogen werden könnten.