Gericht Geldauflage nach rabiatem Hausbesuch

Patrick Fauß 27.12.2017
Nach einem rabiaten Hausbesuch bei der Ex muss sich ein 48-Jähriger wegen häuslicher Gewalt verantworten.

Gegen eine Geldauflage von 400 Euro ist das Verfahren gegen einen 48-Jähringen aus dem südlichen Landkreis vor dem Amtsgericht Neu-Ulm eingestellt worden. Dem Mann war vorgeworfen worden, bei seiner Ex-Freundin vergangenen September gegen 21.30 Uhr auf der Terrasse randaliert zu haben.

Gegen einen vom Gericht erlassenen Strafbefehl wegen Sachbeschädigung hatte der Mann Einspruch eingelegt. Laut Anklageschrift gingen ein Glastisch und zwei Gartenlampen zu Bruch. Der Angeklagte wollte sich zu den Vorfällen vor Gericht nicht äußern. Seine Anwältin verlas jedoch eine Verlautbarung, wonach er das Geschehen einräumte.

400 Euro an Frauen-Notruf

Der gewalttätige Ausbruch sei am Ende eines Versuchs gestanden, die vor dem Aus stehende Beziehung zu retten. Wie sich in der Verhandlung herausstellte, hatte der Mann der Ex-Freundin eine Spülmaschine überlassen und damit Schadenersatz geleistet. Der Angeklagte hatte bis zu dem Vorfall im Rahmen einer fünfjährigen Beziehung bei seiner 41-jährigen Freundin gewohnt.

Die Frau hatte keine Strafanzeige gestellt. Bei ihrer Zeugenaussage vor dem Amtsgericht Neu-Ulm schien sie jedoch noch stark unter dem Eindruck der Ereignisse zu leiden.

Das Gericht stellte das Verfahren wegen Sachbeschädigung dennoch vorläufig ein. Der 48-jährige Angeklagte, so verfügte der Richter,  habe jedoch eine Zahlung an den Arbeiterwohlfahrt-Notruf für Frauen in Höhe von 400 Euro zu leisten.

Das sich der impulsive Angeklagte im Anschluss an die Sachbeschädigung in der Wohnung seiner Ex-Freundin auch noch der Bedrohung und Beleidigung gegenüber Polizeibeamten schuldig gemacht haben soll, ist die Sache für ihn juristisch noch nicht ganz ausgestanden. Ihm steht im kommenden Jahr voraussichtlich noch ein weiteres Gerichtsverfahren bevor.