Was hat sich Weißenhorn baulich verändert: Die ehemals heruntergekommenen Schlösser wurden für viele Millionen Euro saniert und dienen nun als Rathaus, der Schloss­platz wurde umgebaut und hat seine historische, spitz zulaufende Form wieder erhalten, das Bräuhaus ist inzwischen Gaststätte mit angeschlossenem Hotel. Damit nicht genug: Die Stadt hat mit der Fuggerhalle eine neue und moderne Veranstaltungs- und Trainingsstätte.

Ein neues Gesicht hat längst auch der Hauptplatz – und die darauf zulaufende Memminger  Straße. Letztere war am Montagabend wieder mal Thema im Bauausschuss. Dessen Mitglieder beschlossen, die Einkaufsstraße nun doch begrünen zu lassen. Die Stadt will acht große Pflanzentröge aufstellen lassen.

Damit endet eine jahrelange Debatte über Sinn und Zweck einer Begrünung. „Ich sage es offen und ehrlich: Für mich ist die Memminger Straße derzeit noch eine Steinwüste“, sagte Ulrich Fliegel. Der Grünen-Stadtrat hatte sich stets für mehr Grün in der Straße eingesetzt. Kein Wunder, dass er sich am Montagabend über die Zustimmung seiner Bauausschuss-Kollegen freute. Fliegel befand: „Eigentlich ist es gar nicht so wichtig, welche Pflanzen man auswählt. Hauptsache man macht endlich etwas.“

Doch was verwenden? Stauden, Gräser, Gehölze? Nach Angaben von Bauhof-Mitarbeiter und Landschaftsgärtner Sebastian Wogrin gibt es viele Möglichkeiten. Eine endgültige Auswahl soll in den kommenden Wochen getroffen werden, die acht Tröge wohl noch in diesem Jahr aufgestellt werden. Und zwar voraussichtlich auf der Ostseite der Straße, auf der es keine Parkplätze gibt. „Dort sind die Tröge am besten wahrnehmbar, und es entsteht eine sichtbare grüne Linie für den Straßenverkehr“, sagte der Bauhof-Mitarbeiter.

Die Tröge sollen aus Granit, die Pflanzen für den Bauhof möglichst pflegeleicht sein. Die Stadt lässt sich die Bepflanzung rund 6200 Euro kosten. Nicht viel Geld für eine Maßnahme mit positiver Wirkung, wie Bürgermeister Wolfgang Fendt sagte. Er betonte: „Es wird sicher schön aussehen.“ Fendt geht davon aus, dass es auch den Anwohnern gefällt, schließlich hätten auch diese sich für mehr Grün stark gemacht.

Zur Erinnerung: Fast zwei Millionen Euro hat der Aus- und Umbau der Memminger Straße in der Innenstadt gekostet. Die Aufenthaltsqualität für Fußgänger hat sich erhöht. Und doch hat das Projekt mehr Staub aufgewirbelt als der Stadtverwaltung lieb sein dürfte. Kritik äußerten einige Anwohner, die sich finanziell an dem Umbau beteiligten und teilweise hohe Beiträge berappen mussten, sich von der Stadt ungerecht behandelt fühlten.

Unechte Einbahnstraße

Ärger gab es auch, wie berichtet, wegen der dort verlegten Pflastersteine, die Mängel aufwiesen, und wegen zu breiter Fugen. Diskussionen gab es darüber hinaus, ob die Straße weiter eine so genannte Unechte Einbahnstraße bleibt, Radfahrer also auch künftig entgegen der Fahrtrichtung fahren dürfen. Die Stadt hielt auf Anraten der Polizei an der Verkehrsregelung fest.