Nuxit Nuxit: Abgehängt im Rest-Landkreis

Ortsschild Neu-Ulm
Ortsschild Neu-Ulm © Foto: Matthias Jedele
Nersingen / Sonja Fiedler 09.03.2018

Eine Grafik des Landkreises Neu-Ulm flimmerte auf der Leinwand, das Gebiet der Stadt Neu-Ulm war geschwärzt: „Ein Blick auf die Landkarte zeigt: Wenn Neu-Ulm aus dem Kreis austritt, ist Elchingen ganz ab vom Schuss“, sagte Jürgen Bischoff von der „Charme-Offensive NUr gemeinsam“ beim Gesprächsabend in Nersingen. Auch Holzheim und Nersingen bekämen im Fall des „Nuxit“ eine ungünstige räumliche Ausgangsposition. „Aus meiner Sicht ein ganz großer Nachteil.“

Großes Interesse für die angestrebte Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm zeigten die Bürger an dem Infoabend der Initiative; der Nebenraum der Sportgaststätte Dimi war vollbesetzt.

Wichtiges Thema: die Schulen. „Viele Kinder aus Nersingen gehen in Neu-Ulm zur Schule“, sagte ein Besucher. Was, wenn der Landkreis im Fall der Kreisfreiheit Ausgleichszahlungen für diese Schüler leisten muss? Zusätzlich müssten schließlich die eigenen Realschulen und Gymnasien finanziert werden. „Dann zahlen wir ja doppelt.“ Eine andere mögliche Folge skizzierte Michael Zimmermann, einer der Sprecher der Initiative: Er selbst sei vor den Toren der Stadt Augsburg aufgewachsen, habe aber eine Schule in Bobingen besuchen müssen, die 20 Kilometer entfernt war, da diese dem Landkreis gehörte. „Was, wenn der Kreis zuerst seine eigenen Schulen bedient? Gucken Sie mal, wo dann von Nersingen aus die nächste Kreis-Realschule ist.“

Auch andere Themen rund um die mögliche Kreisfreiheit der Stadt brannten den Gästen auf der Seele: Kreisstraßen, öffentlicher Nahverkehr, die Zukunft von Kreisverbänden wie dem Kreisjugendring oder die Kreiskliniken. Viele Besucher wünschten sich konkrete Fakten und Zahlen über entstehende Kosten für Stadt und Kreis. Diese gäbe es jedoch noch nicht. „Ein vernünftiger Ökonom macht erstmal Bilanz“, klagte ein Mann.

Initiator Ulrich Hoffmann betonte: Der Initiative gehe es vor allem darum, den Bürgerentscheid zu unterstützen, bei dem die Neu-Ulmer Stadtbevölkerung ein Votum zur Kreisfreiheit abgeben könne. Hierzu war Roland Prießnitz vom Bündnis „Nuxit – So geht’s net“ aus Neu-Ulm gekommen.

„Es geht zunächst gar nicht ums Pro und Contra, es geht um Basisdemokratie“, sagte er. Wie berichtet, sind rund 2700 Unterschriften für einen Bürgerentscheid notwendig. Um diese zu sammeln, wollen nun auch die Initiatoren aus dem Kreis mobil machen, mit Neu-Ulmern ins Gespräch kommen und diese für das Thema interessieren. „Es ist wichtig, dass die Landkreisler zeigen: Wir wollen euch bei uns.“

Ein starker Kreis inklusive Neu-Ulm

Werben Die überparteiliche „Charme-Offensive NUr gemeinsam“ wurde im Januar gegründet. Sprecher sind Michael Zimmermann (FDP), Jürgen Bischof (FW), Ulrich Hoffmann (ÖDP) und Marcus Biberacher (CSU). Ihr Anliegen: „Wir möchten auf bunten und kreativen Wegen für einen starken Landkreis Neu-Ulm mit einer starken Stadt Neu-Ulm werben.“