Baustelle A7-Ausbau: Konkrete Planungen laufen

Auf der Autobahn 7 sind in der Region täglich zehntausende Autos und Lastwagen unterwegs. Die Strecke wird ausgebaut. Aber das dauert noch.
Auf der Autobahn 7 sind in der Region täglich zehntausende Autos und Lastwagen unterwegs. Die Strecke wird ausgebaut. Aber das dauert noch. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Kreis Neu-Ulm / Stefan Czernin 15.11.2018
Die Verbreiterung der A7 von Hittistetten bis Memmingen ist ein Riesenprojekt. Schon die Planung braucht Jahre.

Manchmal mache er sich schon Gedanken um die Zukunft das Standorts Deutschlands, sagte Landrat Thorsten Freudenberger in der Sitzung des Kreistags-Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr. „Etwa, wenn ich sehe, wie lange es dauert, um eine Straße zu verbreitern. Mal ganz salopp gesagt.“ Bei der Straße handelt es sich um die Autobahn 7, die zwischen Hittistetten und Memmingen in mehreren Abschnitten auf jeweils drei Fahrspuren plus Standstreifen ausgebaut wird.Weil dort viel Verkehr herrscht, der künftig sogar noch zunehmen wird. Baudirektor Olaf Weller, der die Kemptener Dienststelle der Autobahndirektion Südbayern leitet, war in die Sitzung gekommen, um die Räte über den kommenden Ausbau und den zeitlichen Ablauf zu informieren.

  

Zeitschiene

„Es werden noch einige Jahre ins Land gehen, bevor der Ausbau losgeht“, sagte Weller. Jetzt beginnt die Vorentwurfsplanung. Diese nimmt etwa 2,5 Jahre in Anspruch. Unter anderem muss eine komplette Vegetationsperiode abgewartet werden, um zu sehen, ob entlang der Autobahn etwas Schützenswertes wächst oder herumkrabbelt. Dann dauert es einige Monate, bis der Bund den Entwurf genehmigt. Was im nächsten Schritt zum Planfeststellungsverfahren führt, das wiederum mindestens ein Jahr in Anspruch nimmt. Falls keine Klagen gegen den Ausbau auflaufen, könnte  – so Weller – 2024 der Beschluss für den Ausbau gefasst und die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Der Ausbau beginnt dann 2025“, sagte Weller. „Wenn alles sehr gut verläuft.“

Bauabschnitte

Trotz des weiten zeitlichen Horizonts, treibt der A-7-Ausbau schon viele Anwohner um (siehe Info-Kasten). Das Bauvorhaben, das rund 40 Kilometer umfasst, ist in vier Planungsabschnitte unterteilt. Gesamtkosten: an die 400 Millionen Euro. Vordringlicher Handlungsbedarf besteht laut Bundesverkehrswegeplan zwischen Hittistetten und Illertissen.  Dort wird der Ausbau voraussichtlich beginnen. Bis zu 65.000 Fahrzeuge sind in diesem Abschnitt  täglich unterwegs, für 2030 sind bis zu 76.000 prognostiziert. Rund 120 Millionen Euro wird es kosten, dieses 12,5 Kilometer lange Autobahnstück auszubauen. Mit rund drei Jahren Bauzeit rechnet Weller. Unter anderem wird in diesem Zuge die Autobahnbrücke bei Witzighausen ersetzt. Und bei Bellenberg ist eine neue Anschlussstelle vorgesehen, um die Umlandgemeinden zu entlasten.

Forderungen, die Einrichtung dieser Anschlussstelle vorziehen, erteilte Weller eine Absage. Diese Einzelmaßnahme sei nicht aus dem gesamten Bauvorhaben und dem Genehmigungsprozess herauszulösen.

Reaktionen

In der Sitzung wurde unter anderem die Frage laut, ob es möglich sei, den ersten Ausbauabschnitt bis zum Hang bei Altenstadt auszudehnen. Sonst werde zwischen der neuen Trasse und dem jetzt schon dreispurigen Hang ein Nadelöhr mit nur zwei Spuren entstehen. Dies sei wegen des bindenden Bundesverkehrswegeplans jedoch nicht möglich, antwortete Weller.

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„Weniger Lärmbelastung für viele Anwohner“

Befürchtung Der Vöhringer SPD-Stadtrat Ludwig Daikeler schilderte seine Eindrücke aus der Bürgerversammlung in Illerberg. Der Vöhringer Ortsteil liegt an der A 7 – und viele Bürger befürchten eine weitere Zunahme des Lärms wegen des Autobahnausbaus. Deswegen sei es wichtig, die Bürger über den Ausbau und seine Folgen zu informieren, sagte Daikeler, adressiert an die Autobahndirektion Südbayern.

Grenzwerte Die Lärm-Grenzwerte seien bei einem Ausbau strenger als bei einem Autobahnneubau, erklärte Olaf Weller von der Autobahndirektion. Der anfallende Lärm wird nach einem einheitlichen Prinzip berechnet. Lärmmessungen vor Ort gibt es nicht, um Verfälschungen bei einer Momentaufnahme auszuschließen. Also etwa Windstärke und Windrichtung. Insgesamt lägen der Berechnung Annahmen zu Grunde, die die Anwohner begünstigen. Wo nötig, werden Schutzmaßnahmen ergriffen, sagt Weller. Aus diesem Grund werde die Lärmbelastung entlang der ausgebauten Autobahn für viele Anwohner eher abnehmen.

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