Weißenhorn "Wollen kein Kind benachteiligen"

Lernen, spielen, Hausaufgaben erledigen und Mittagessen: Alles das gehört zur Mittagsbetreuung an den beiden Weißenhorner Grundschulen. Von dem Angebot wird reichlich Gebrauch gemacht. Foto: dpa
Lernen, spielen, Hausaufgaben erledigen und Mittagessen: Alles das gehört zur Mittagsbetreuung an den beiden Weißenhorner Grundschulen. Von dem Angebot wird reichlich Gebrauch gemacht. Foto: dpa
CARSTEN MUTH 06.04.2013
Die Mittagsbetreuung an Weißenhorner Grundschulen wird immer beliebter. Die Nachfrage ist riesig, das Angebot nicht mehr ausreichend.

Die Stadt will auch künftig genügend Plätze zur Verfügung stellen.

Immer mehr Eltern nutzen in Weißenhorn die Möglichkeit, ihre Kinder mittags und nachmittags betreuen zu lassen. Die Nachfrage ist immens, berichtet Katrin Geiger. "Wir sind davon überrollt worden", sagt die Hauptamtsleiterin im Rathaus. Davon hat auch CSU-Stadtrat Michael Schrodi gehört. Er betont: "Viele Eltern haben inzwischen Angst, künftig keinen Platz mehr für ihre Kinder zu bekommen." Das gelte vor allem für Berufstätige. "Diese Eltern sollte man bevorzugen." Schrodis SPD-Kollege Herbert Richter treibt eine ähnliche Sorge um. Er fordert deshalb mehr Transparenz im Anmeldeverfahren. "Damit jeder die selbe Chance erhält, zum Zug zu kommen." Alexander Engelhard von der PWG-Fraktion fordert: "Jetzt muss die Stadt ein Signal geben und sagen: Jedes Kind wird betreut."

Die Stadt nimmt die Kritik der Räte durchaus ernst. In einer der kommenden Stadtratssitzungen will die Verwaltung Zahlen auf den Tisch legen, umfassend über die Entwicklung der Kinderzahlen und die Betreuung in den Schulen berichten. Eines kündigt Hauptamtsleiterin Katrin Geiger aber jetzt schon an. "Wir werden niemanden benachteiligen und für alle Kinder eine Betreuung herstellen." Das dürften die Stadträte gerne hören.

In der gut 13 000 Einwohner zählenden Stadt Weißenhorn gibt es zwei Grundschulen: Derzeit werden an der Grundschule Süd 48 Jungen und Mädchen in zwei Gruppen betreut, an der Grundschule Nord sind es 31. Betreut werden die Kinder von 11.15 Uhr bis maximal 16 Uhr - ausschließlich von ausgebildetem Personal: Erziehern, Sozialpädagogen oder ehemaligen Lehrern.

Die Nachfrage steigt. Und zwar so sehr, dass die Stadt handeln muss, wie es heißt. Bereits jetzt liegen der Verwaltung mehr als 20 Anmeldewünsche vor, die ohne Ausweitung des Angebots nicht berücksichtigt werden können. Im kommenden Schuljahr soll es aus diesem Grund eine weitere Gruppe geben, in der Kinder dann sogar bis 17 Uhr betreut werden. Dafür allerdings müssen zwei Räume im Keller der Grundschule Süd in eine Küche und einen Ruhe- und Speiseraum umgebaut werden. Die Schule wird zudem einen zusätzlichen Raum für die Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung stellen müssen.

Seit 1995 gibt es in der Fuggerstadt eine Mittags- und Nachmittagsbetreuung. Elf Jahre lang wurde sie vom Förderverein Grundschule Weißenhorn organisiert. 2007 übernahm die Jugendhilfe Seitz mit ihren Mitarbeitern. Die Stadt stellt dem Unternehmen die Räume an den Grundschulen kostenlos zur Verfügung. Fünf Tage Mittags- und Hausaufgabenbetreuung kosten derzeit 72 Euro pro Monat. Künftig werden Eltern womöglich mehr berappen müssen. Die Jugendhilfe hat nach Angaben der Stadt angekündigt, wegen der Ausweitung der Betreuungszeiten "die Gebührenstruktur ändern zu wollen".