Oberelchingen / BARBARA HINZPETER Ralf Gührer bleibt Vorsitzender der Freunde des Klostermuseums. Er machte deutlich: Die Schätze der ehemaligen Abtei müssen ausgestellt werden.

Der Zeitpunkt stellte sich als etwas unglücklich heraus: Drei Tage, bevor die Machbarkeitsstudie für ein Klostermuseum in Oberelchingen im Gemeinderat vorgestellt wurde, trafen sich die Freunde des Klostermuseums Elchingen zur Jahreshauptversammlung. Dabei betonte Pfarrer Ralf Gührer: Die Schätze des ehemaligen Klosters sind so bedeutend, dass sie ausgestellt werden müssen.

Wenn nicht in Elchingen, dann anderswo. Mit jedem Kilometer aber, den sie sich vom Ort entfernten, sinke die Bedeutung Elchingens, so der Pfarrer. Erst vor ein paar Tagen habe er von einer Mitarbeiterin des renommierten textilwissenschaftlichen Instituts der Schweizer Abegg-Stiftung die Nachricht erhalten, dass das "Elchinger Blutgewand", das Abt Spaegele im 30-jährigen Krieg getragen hatte, wahrscheinlich noch älter sei als bisher angenommen. Die Wissenschaftlerin ordnete es dem 15./16. Jahrhundert zu. Die Stickerei erinnere an ein Priestergewand, das sich in der Sammlung des Metropolitan Museums in New York befinde.

Gührer berichtete, dass der Verein in den drei Jahren seines Bestehens eine Menge auf den Weg gebracht hat. Insbesondere der Initiative des örtlichen Lionsclubs sei es zu verdanken, dass die Handwerkerfahne von Joseph Wannenmacher restauriert werden konnte. Da das Originalgemälde auf dem Stoff in großen Teilen unwiederbringlich verloren sei und nicht nachgebessert werden dürfe, werde eine Replik angefertigt. Sie vermittle einen Eindruck der Fahne in ihrem ursprünglichen Zustand. Bezahlt wird das von der Kirchenstiftung.

Restauratorin Christine Götz berichtete über die Arbeit am Konventbild Wannenmachers, das alle denkbaren Schäden aufweise - alle möglichen Arten von Schimmel und Schmutz ebenso wie lockere Malschichten und Reparaturversuche vergangener Zeiten. Das und das große Format des Bildes stellen die Expertin vor große Herausforderungen. Das gilt auch für den Verein, der noch 20.000 Euo für die Finanzierung sammeln muss. Die archäologischen Grabungen beim abgerissenen Wohnhaus am Klosterhof hätten erwartungsgemäß keine großen Besonderheiten hervorgebracht, sagte Richard Ambs. Bis der Bagger auf einen markanten Kalkstein stieß, der nach Auskunft des Kreisarchäologen eindeutig der ehemaligen Burg zuzuordnen ist.

Vor drei Jahren wurde der inzwischen rund 60 Mitglieder zählende Verein der Freunde des Klostermuseums Elchingen gegründet. Daher waren turnusmäßig Neuwahlen fällig. Die etwa 20 Wahlberechtigten bestätigten den Vorstand im Amt: Ralf Gührer, der Elchingen bekanntlich im Spätsommer verlässt, bleibt Vorsitzender. Stellvertreter ist weiterhin Richard Ambs, Kassier Alexander Straub und Schriftführerin Karin Batke. Beisitzer sind Manfred Bittner, Anton Aubele und Hans-Dieter Wörner. Am 30. April werde der Vorstand zusammentreten, um über das weitere Vorgehen im Blick auf ein Klostermuseum zu beraten, kündigte Gührer an.