Soziales „Rente ist ein Stück Würde“

Thema Altersarmut: Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung hatte die Bundestagskandidaten eingeladen. Am Mikrophon ist KAB-Diözesansekretär Peter Ziegler.
Thema Altersarmut: Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung hatte die Bundestagskandidaten eingeladen. Am Mikrophon ist KAB-Diözesansekretär Peter Ziegler. © Foto: Sonja Fiedler
Von Sonja Fiedler 14.07.2017

Sie planen Deine Altersarmut! Unter diesem Titel hatte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Iller-Donau (KAB) mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst am Mittwoch zu einem „Biergartengespräch“ eingeladen. Auch wenn der Abend wegen Regens ins Paul-Gerhardt-Haus verlegt wurde, verfolgten rund hundert Interessierte die Veranstaltung.

„Die meisten jungen Leute sind bereit, mehr Rentenbeiträge zu zahlen“, sagte eingangs KAB-Diözesansekretär Peter Ziegler. Um Altersarmut zu verhindern, setze die KAB daher auf das mehrstufige „Capuccino-Modell“ aus Sockelrente, Erwerbstätigenversicherung und betrieblicher und privater Altersversorgung. Katrin Albsteiger (CSU) trat für einen flexiblen Rentenbeginn ein. „Manche Leute wollen länger arbeiten.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse verbessert werden, am Ehegattensplitting halte sie fest.

„Rente ist ein Stück Würde“, sagte Karl-Heinz Brunner (SPD) und forderte eine Mindestrente über der Grundsicherung für alle. Ekin Deligöz (Grüne) beklagte, dass das Rentensystem aus Steuermitteln finanziert würde, nicht aus Beiträgen. Nicht nur Angestellte, sondern auch Beamte und Selbstständige sollten Zahlungen für die Rente leisten.

Einen Mindestlohn von 12 Euro und ein neues Rentensystem forderte Gabriela Schimmer-Göresz (ÖDP). „Die Älteren werden im Regen stehen gelassen.“ Elmar Heim (Linke) wünschte sich eine Rente, die mit dem Einkommen der Arbeitnehmer wachse.

Schlechte Diskussionskultur zeigte das Publikum, sobald sich FDP-Mann Richard Böhringer zu Wort meldete. Seine Beiträge wurden so laut kommentiert, dass Böhringer kaum mehr zu verstehen war. Offensichtlich trafen Thesen wie „Ich muss erst erwirtschaften, bevor ich verteile“ nicht den Nerv der Anwesenden. Zur Rentensicherung empfahl Böhringer den Anwesenden, sich beizeiten Wohneigentum zuzulegen. „Wer Vermögen hat, fällt nicht so leicht ins Nichts.“

Mit versöhnlichen Worten ans Publikum schloss die ja aus Senden stammende Grünen-Abgeordnete Ekin Deligöz die Diskussion. „Es gibt in der Politik nicht richtig oder falsch, jeder kämpft für seine Ideen. Sie entscheiden, welches Werte-Koordinatensystem Sie wählen.“

Kampf gegen Armut im Alter ist Programm

Kernthema Soziale Gerechtigkeit ist ein Kernthema der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, besonders Altersarmut und Verteilungsgerechtigkeit – so KAB-Sekretär Kai Kaiser auf dem Verbandstag. Die Delegierten aus den Kreisen Neu-Ulm und Günzburg bestätigten Reinhold Reibl und Ingrid Sommer als Vorsitzende.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel