Firmenbesuch „Handwerker haben keine Kapazitäten“

Im Werk unterwegs (von links): Martin Gugelfuß, Susanne Gugelfuß-Dannerbauer, Georg Nüßlein, Anton Gugelfuß, Ulrich Tschorn.
Im Werk unterwegs (von links): Martin Gugelfuß, Susanne Gugelfuß-Dannerbauer, Georg Nüßlein, Anton Gugelfuß, Ulrich Tschorn. © Foto: B. Hinzpeter
Oberelchingen / Barbara Hinzpeter 21.07.2018

Ulrich Tschorn formulierte es provokant: „Es war ein fataler Fehler, die Klimaziele 2020 aufzugeben anstatt sie anzupassen“, sagte der Geschäftsführer des bundesweiten Verbands Fenster und Fassade (VFF) im Gespräch mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein. Der war zu Besuch bei der Firma Gugelfuß in Elchingen zum Gedankenaustausch mit Prokuristin Susanne Gugelfuß-Dannerbauer, den Geschäftsführern Martin und Anton Gugelfuß und Verbands-Geschäftsführer Tschorn.

Dieser betonte, er könne nicht verstehen, dass die steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierung im Koalitionsvertrag zwar vereinbart, im Haushaltsplan aber nicht berücksichtigt worden sei.

Damit fehle Hausbesitzern der Anreiz, ihre Altbauten energetisch auf Vordermann zu bringen, während gleichzeitig „zig Milliarden bei den Bausparkassen liegen“. Um die Ziele des Klimaschutzplans 2050 zu erreichen, müsste die Vollsanierungsquote von derzeit 0,8 bis 1 Prozent auf 1,4 Prozent steigen. Seiner Ansicht nach   „kriegen wir das nicht hin ohne steuerliche Abschreibung“, betonte der Verbands-Geschäftsführer.

„Dass man die Deutschen mit Steuererleichterungen zu allem möglichem Unfug motivieren kann, darin sind wir uns einig“, sagte Nüßlein, sprach sich jedoch  „definitiv für die Abschreibung“ aus.  Allerdings warf er die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt auf. Er bezweifle, dass es sinnvoll sei, jetzt den Markt anzuheizen.

Anton Gugelfuß bestätigte, dass eine höhere Nachfrage derzeit zu Problemen führen würde: „Die Handwerker haben keine Kapazitäten mehr.“ Klimaschädlich ausgewirkt hat sich laut Tschorn auch, „dass 30 Jahre lang an der Infrastruktur im ländlichen Raum gespart“ worden sei. Dem pflichtete Nüßlein bei: Dezentralität würde mehr helfen als Fahrverbote. Auch aus diesem Grund hält der Bundestagsabgeordnete das Baukindergeld für sinnvoll: Es verhelfe jungen Familien zum Eigenheim und „bringt auch dem ländlichen Raum was“.

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