Sport Fußball: Jugendturnier beim SV Thalfingen

Elchingen / Barbara Hinzpeter 29.12.2017
Drei Tage Jugendturnier beim SV Thalfingen: Die Organisatoren und Helfer sind ein eingespieltes Team.

Wenn die ersten Mannschaften, Trainer und Eltern morgens um acht in der Brühlhalle eintreffen, sind die Butterbrezeln geschmiert und die Kaffeekannen gefüllt. Nicole Braig aus Thalfingen hat ihren Sohn, der in der F-Jugend spielt, und einen frisch gebackenen Kuchen zur Halle gebracht. Zeitlich sei es ein bisschen eng geworden, räumt sie ein. Mit zwei weiteren Müttern der Thalfinger Nachwuchskicker hat sie die erste Schicht am ersten Turniertag übernommen. Drei Tage Jugendfußball-Turnier, das heißt: 58 Mannschaften mit jeweils etwa zehn Kindern, aber auch Trainer, Schiedsrichter, Eltern, Geschwister   und sonstige Zuschauer wollen verpflegt sein. 50 bis 60 Helfer sind dafür nötig.

Bei der ersten Runde der F-Jugend am Donnerstagmorgen ist es allerdings noch relativ ruhig in der Halle. „Man spürt, dass heute ein Wochentag ist“, sagt Thomas Müller, Jugendleiter des SV Thalfingen und einer der Hauptorganisatoren des Turniers. Es ist das neunte Mal, dass die Thalfinger den SDL-Cup ausrichten. Eingeladen seien stets Jugendmannschaften des WFV-Bezirks Donau-Iller aus dem näheren Umkreis, so Müller. Er und seine Mitstreiter waren seit September mit den Vorbereitungen beschäftigt. Die können noch so gut sein, etwas Unvorhergesehenes passiert fast immer.

Pädagogisches Geschick

So habe am Donnerstag zehn Minuten vor Turnierbeginn eine Mannschaft abgesagt. Das heißt: Organisatoren-Besprechung in letzter Minute, neuer Modus, neuer Spielplan. Zum SV Thalfingen war Müller als „Bambini“-Trainer gekommen, seit fünf Jahren ist er Leiter der Fußballjugend. Als Spieler-Vater in Funktionen und Verantwortung hineinzuwachsen, sei „typisch für einen Dorfverein“, sagt Daniel Budka, Trainer der F-Jugend und Vater eines Nachwuchskickers.  

Pädagogisches Geschick hat der Schulleiter und Mitarbeiter im Kultusministerium von Berufs wegen. Was das sportliche Knowhow angeht, kann Budka unter anderem von seinen eigenen Erfahrungen bei den Junioren des 1. FC Köln zehren. Die gibt er gerne an die Kinder weiter. Allerdings ist diese Einstellung nicht mehr selbstverständlich. Es werde immer schwerer, Eltern zu finden, die mithelfen oder gar Verantwortung übernehmen, findet Müller. Ein Jugendtrainer habe deshalb frustriert das Handtuch geworfen. Der ist aber hinter den Kulissen des Jugendturniers noch mächtig aktiv,  wie Nicole Braig lobt: „Ohne Olli Schmidts Wissen würde es bei uns nicht so gut funktionieren“, sagt Nicole Braig. Sie selbst helfe gerne,   „denn man sieht, welchen Mordsspaß die Kinder haben“.

Mit den Turniereinnahmen könne die Abteilung ihre Aktivitäten finanzieren und beispielsweise einen Ausflug ohne oder mit nur geringem Eigenbeitrag organisieren, hebt Müller hervor. Vor allem aber „möchten wir unseren Kindern etwas bieten, was die Gemeinschaft stärkt“. Dazu eignet sich das Turnier ganz besonders. Allerdings legt Trainer Budka auch sonst größten Wert auf Teamgeist. „Unsere Mannschaften sollen in erster Linie fair und im Rahmen ihrer Möglichkeiten spielen. Darauf kommt es an.“ Und dafür stehen die Kinder sogar in den Weihnachtsferien um sieben Uhr auf.  „Für Fußball mach’ ich alles“, sagt Philipp.

Noch zwei Tage Jugendsport

Turnierplan Das Turnier um den SDL-Cup wird heute fortgesetzt.  Von 9 Uhr an kicken die F-Junioren, um 15 Uhr beginnen die C-Junioren. Am Samstag treten die Mannschaften der D-Jugend gegeneinander an.

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