Aktionstag „Frisch und frei“ mitmachen für alle

Illertissen / Manuela Rapp 05.09.2018

Eine ziemlich große Spielwiese wartet. Dann mal frisch und frei drauf los. Eine Menge unterschiedlicher Aktivitäten sind im Angebot: Als da wäre eine Fahrt mit dem Ziegengespann. Seilhüpfen kommt auch nie aus der Mode ebenso wenig wie auf Bäume klettern oder Drachen bauen. Freiluftschach ist aufgebaut, und wer würde nicht auch mal gerne seinen eigenen (Stein-)Fisch bemalen? „Frisch und frei“ hieß der zweite Aktionstag im Rahmen der Ausstellung „Ringel, Rangel, Rosen – Spiele und Spielereien rund um den Garten“ im und um das Illertisser Museum der Gartenkultur. Zwölf Partner waren angetreten zu diesem Mitmachangebot für die ganze Familie. Dabei gab es jedoch ein Problem: Es kamen nicht allzu viele Besucher.

„Es ist Interesse da, das aber nicht die großen Massen bewegt“, sagte Dieter Gaißmayer, Vorsitzender der Stiftung Gartenkultur. „Ein paar mehr Leute dürften es schon sein.“ Museumskurator Wolfgang Hundbiss stimmte ihm zu. Die Partner seien engagiert, brächten sich ein: „Für sie tut es uns leid“, erklärten die beiden. Und nun? „Wir ziehen die Konsequenzen, werden in Ruhe überlegen“, befand Gaißmayer. Man werde die Summe der Angebote auf jeden Fall reduzieren. Schließlich sei auch der finanzielle Aufwand für so eine Veranstaltung erheblich. Rückblick: Auch bei der ersten Veranstaltung dieser Art im Juni waren die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Andererseits: „Man muss sich, was die Angebote angeht, platzieren“, rät der Eigentümer der gleichnamigen Staudengärtnerei ab, vorschnell zu urteilen. Denn es gibt auch einiges Positives zu berichten: Etwa von einem Bus mit Schweizern, deren Leserreise eigens auf diesen Tag gelegt worden sei. Dieter Gaißmayer: „Es ist ja manchmal so, dass Propheten im eigenen Land weniger gelten.“ Oder von den „hoch interessierten Leuten, die an meinen Führungen teilnehmen“, wie Wolfgang Hundbiss betonte. Anzumerken ist auch die starke Betriebsamkeit im Museumscafé.

Etwa 30 Personen, so schätzt Thomas Kutzner mal ganz grob, haben ihn und seine zwei Alpakas am Stand besucht. „Für mich ist es nachvollziehbar“, meinte der Mann vom Biohof Saliterhof in Peiting. „Wir hatten zehn Wochen lang Sommer, die Eltern waren mit ihren Kindern draußen.“ Dann der Wetterumschwung: „Da besteht keine Veranlassung rauszugehen“, sagte er. Das sei einfach so, und das müsse man einplanen, wenn man einen Stand habe. Die Resonanz der Leute jedoch, die bei ihm vorbeigeschaut haben, sei toll gewesen. Für ihn sei der Tag in Illertissen eine reine Werbeaktion. Er gebe Informationen, habe ein paar Produkte rund um die Alpakas mit dabei und den Dünger der Tiere. „Wir sind nächste Woche bei der ‚Gartenlust’ auch wieder hier.“ Dieter Gaißmayer und Wolfgang Hundbiss sehen den Aktionstag ebenfalls als Einstimmung auf die Großveranstaltung am kommenden Wochenende. „Wir wollten im Vorfeld ein kostenloses Angebot zur ‚Gartenlust’ präsentieren.“ Vor allem an die Kinder sei dabei gedacht worden. „Es geht nicht um den Verkauf, sondern um ein schönes Rahmenprogramm zur Ausstellung.“

Aufgrund von Mundpropaganda ist Maria Kroter mit ihrer Familie auf dem Gelände. Das Wetter, sagte sie, sei die halbe Miete. „Heute ist es nicht so gut.“ Ihre Kinder bemalten drinnen am Stand des „Gerlenhofener Arbeitskreises Umweltschutz (GAU) Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum“ im Glashaus Steinfische. „Meine Kinder haben alles ausprobiert“, schmunzelte die Unterrotherin. „Sie können nichts auslassen.“ Anja Gaus kümmerte sich dagegen um die jungen Künstler: „Draußen ist weniger los, aber hier war durchgehend immer ein Kind da.“

Ihr Vater, Wolfgang Gaus, hob die Verbundenheit seines Vereins mit der Staudengärtnerei hervor: „Ehrensache, dass wir heute hier sind.“ Die Stimmung sei an und für sich gut, lobte er, und hob den Spaß am GAU-Stand, die Freude und den Stolz der Kinder an ihren Kunstwerken hervor. „Der Aktionstag mit seinen Angeboten ist wirklich toll gemacht.“

„Ringel Rangel Rosen“ bis 20. Oktober

Ausstellung Das Illertisser Museum der Gartenkultur mit seinen annähernd 10 000 Exponaten wurde 2013 eröffnet. Träger und Betreiber ist die „Stiftung Gartenkultur“. Die Jahresausstellung „Ringel Rangel Rosen“ dauert noch bis zum 20. Oktober.

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