Herr Prechtl, der Weißenhorner gilt als erfolgreichste Wiederbelebung einer Bahnstrecke in Bayern.

Thomas Prechtl: Die Reaktivierung Senden-Weißenhorn wird von der BEG als sehr erfolgreiches Projekt gesehen. Vor allem, weil die Strecke in den Verdichtungsraum Ulm hineinführt und so dazu beiträgt, Verkehr auf der Straße zu vermeiden.

Senden-Weißenhorn ist mithin ein echtes Vorbild?

Ja, diese Reaktivierung hat für uns durchaus einen vorbildhaften Charakter.

Warum schneidet der Weißenhorner bei  den BEG-Qualitätsrankings immer so mies ab?

Das war vor allem auf erhebliche Mängel bei der Sauberkeit der Züge zurückzuführen. Seit 2017 haben sich die Gesamtwerte verbessert. Es bestehen aber weiter Mängel. Wir erwarten, dass die DB Regio gezielte Maßnahmen ergreift, um diese zu beheben.

Was muss passieren, damit der Weißenhorner attraktiver wird?

Sobald der Bahnhof Senden mit moderner Leit- und Sicherungstechnik sowie mit barrierefreien Bahnsteigen ausgestattet ist,  soll das Angebot von/nach Weißenhorn in der Hauptverkehrszeit auf einen Halbstundentakt ausgeweitet werden. Darüber hinaus werden ab Ende 2020 fabrikneue Fahrzeuge eingesetzt.

Werden auch in zehn Jahren noch Personenzüge nach Weißenhorn fahren?

Diese Frage kann ich mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Zur Person


Thomas Prechtl ist seit Oktober 2016 zweiter Geschäftsführer bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft BEG, seit Anfang November dieses Jahres hat er diese Aufgabe alleine inne. Die BEG plant, finanziert und kontrolliert den Schienenpersonennahverkehr im ganzen Freistaat Bayern.