Gemeinderat Winterräumdienst bleibt, wie er ist

Der nächste Winter kommt bestimmt: Der Räumdienst auf der steilen Klostersteige bleibt dann, wie er ist. Das beschloss nun der Gemeinderat.
Der nächste Winter kommt bestimmt: Der Räumdienst auf der steilen Klostersteige bleibt dann, wie er ist. Das beschloss nun der Gemeinderat. © Foto: Oliver Heider
Elchingen / Oliver Heider 13.07.2018
Der Winterdienst in Elchingen bleibt, wie er ist. Die Dorfgemeinschaft Oberelchingen ist mit einem Vorstoß gescheitert.

Am Ende standen die Ratsmitglieder der Dorfgemeinschaft Oberelchingen (DGO) alleine da: Mit 17 zu 3 Stimmen hat der Gemeinderat mitten im Sommer entschieden, den kommunalen Winterdienst nicht auszubauen.

Die DGO hatte im März einen entsprechenden Antrag gestellt, nachdem es zu einem – glimpflichen – Zwischenfall gekommen war. Ein Rettungswagen für einen Krankentransport war im Winter nicht die schneebedeckte Klostersteige hinaufgekommen. Weshalb Feuerwehrleute beherzt eingegriffen und geholfen hatten.

Aus Sicht der Verwaltung besteht trotz des Vorfalls kein Handlungsbedarf. Es gebe einen Winterdienstplan, der in drei Stufen aufgeteilt sei, erklärte Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Priorität hätten „stärker befahrene, steilere beziehungsweise  unübersichtlichere Straßen“ sowie Strecken, die Buslinien enthalten. Gefolgt von Wegen mit „mittlerem Verkehrsfluss und sonstigem Schulverkehr“. Zuletzt würden „sonstige, einfache Erschließungsstraßen geräumt“.

Dafür stünden fünf Fahrzeuge bereit: drei für die Fahrbahn (je eines für jeden Ortsteil) sowie eines für Geh- und Radwege. Ein „Handteam“ verfüge noch über ein fünftes Fahrzeug. Eingesetzt würden alle Mitarbeiter, die der Gemeinde zur Verfügung stünden. Wobei Lenk- und Ruhezeiten zu berücksichtigen seien.

Ein Mitarbeiter prüfe um 3.30 Uhr, ob ein Winterdiensteinsatz nötig ist. Ist dies der Fall, führen in allen Ortsteilen gleichzeitig drei Fahrzeuge los, um die Wege bis 7 Uhr geräumt zu haben. Je nach Witterung werde tagsüber geräumt und gestreut. Zwischen 18 und 19.30 Uhr erfolge eine weitere Kontrollfahrt.

Und was passiert nach 20 Uhr bei einem Notfall? Dafür gebe es eine Rufbereitschaft, die von der Polizei alarmiert werden könne, sagte Eisenkolb. Der diensthabende Mitarbeiter fahre zum Bauhof und von dort zum Einsatzort. Bei hoher Dringlichkeit alarmiere die Rettungsleitstelle die Feuerwehr, die aufgrund technischer Ausrüstung und Mannstärke rasch vor Ort sein könne. „Im Notfall arbeiten Rettung, Polizei, Feuerwehr und Winterdienst effizient zusammen“, war sich Eisenkolb sicher. Der vor allem von der DGO kritisierte Vorfall sei „im Nachgang vereinzelt einer sachfremden Bewertung unterzogen“ worden. Aus Verwaltungssicht sei  es „fragwürdig“, den „derzeit hohen Leistungsumfang des kommunalen Winterdienstes“ zu erhöhen – insbesondere im Hinblick auf die Haushaltslage der Gemeinde.

Eine Position, die Richard Rösch (DGO) nicht nachvollziehen konnte. „Wir schlagen vor, zivile Kräfte zu rekrutieren.“ Etwa Landwirte oder Feuerwehrleute. „Wir haben ein hohes Level. Aber das, was wir da machen, ist nicht richtig“, assistierte DGO-Rat Armin Willbold. Er fragte, wie viele Mitarbeiter die Fahrzeuge lenken dürften. Und ob man es den Bürgern nicht zutraue, sorgsam mit der Nummer der Rufbereitschaft umzugehen (siehe Info).

Neun Personen seien fahrberechtigt, beschied Bauhof-Leiter Josef Mayer. Das sei „mehr oder weniger knapp“. Deutlicher äußerte sich Rathauschef Eisenkolb: „In meiner Amtszeit gab es keinen Fall, in dem der Räumdienst komplett versagt hat. Der Bauhof hat die Lage im Griff.“ Außer bei Blitzeis. „Aber das werden wir nie hinkriegen.“

Auch die anderen Ratsmitglieder zeigten sich zufrieden: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, forderte Bernd Schwerdtfeger (CSU). Er sprach von einem „vernünftigen Plan mit zweckmäßigen Dringlichkeitsstufen“. Auch Johann Gröger (FWE) sah eine „hohe Zufriedenheit in der Bevölkerung“. Und: „Die DGO hat das Haar in der Suppe gesucht.“ Charlotte Seeger-Schnizer (SPD) stimmte zu: „Es läuft in 99,9 Prozent rund.“ Karin Batke (UFWG) regte an, darüber nachzudenken, ob der Einsatzplan optimiert werden könnte.

Rufnummern

110 oder 112: Diese Notrufnummern sollen Elchinger Bürger anrufen, wenn bei einem Notfall die Straße durch Schnee oder Eis bedeckt ist. Polizei oder Rettung informierten dann die Bauhof-Bereitschaft, hieß es. Dessen Nummer den Bürgern mitzuteilen, wie es die DGO vorschlug, lehnten der Rest des Gremiums und die Verwaltung ab – aus Sorge vor Missbrauch.

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