Gericht 51-Jähriger gesteht Mord an Ehefrau

Memmingen / lby 11.09.2018

Ein Jahr lang hatte er das Verbrechen an seiner Frau bestritten. Gestern beim Auftakt eines mit Spannung erwarteten Mordprozesses am Landgericht Memmingen hat der 51-Jährige überraschend gestanden, seine 16 Jahre jüngere Frau im August vergangenen Jahres erdrosselt zu haben. Allerdings beschrieb der Angeklagte auch seine Frau als Täterin. Diese habe ihn immer wieder geschlagen und mit dem Tode bedroht, sagte der Angeklagte. Und zudem jahrelang eine Affäre mit einem anderen Mann gehabt.

Wie berichtet, ist der 51-Jährige wegen Mordes angeklagt. Ebenso sein 60-jähriger Bruder, der zu den Vorwürfen schweigt. Die beiden deutschen Staatsbürger syrischer Abstammung sollen das Verbrechen gemeinsam geplant und begangen haben. Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Laut Anklage war der Ehemann bereits vor der Bluttat mehrfach gewalttätig gegenüber seine Frau. Deshalb sprach die Polizei ein Kontaktverbot aus.

Opfer in die Falle gelockt

Das Motiv für den Mord sieht die Staatsanwaltschaft in der außerehelichen Beziehung des späteren Opfers. Die Brüder sollen im Fall der Scheidung hohe Unterhaltszahlungen für die 35-Jährige und die Kinder des Paares befürchtet sowie die Ehre der Familie in Gefahr gesehen haben.

Die 35-Jährige war im August 2017 plötzlich spurlos verschwunden. Zwei Monate später wurde ihre Leiche in einem Sickerschacht in Memmingerberg entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft haben die Täter ihr Opfer in die Falle gelockt. Der 51-Jährige gab an, dass er sich am Tattag mit seiner Frau habe versöhnen wollen. Doch diese sei aggressiv geworden – und er in Rage geraten. Er habe ihr den Kabelbinder um den Hals gelegt und zugezogen. „Mein Hauptziel war, meine Frau zum Schweigen zu bringen.“

Info Am Landgericht Memmingen sind weitere 23 Verhandlungstage eingeplant. Das Urteil könnte kurz vor Weihnachten verkündet werden.

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