Illertissen 400 Jugendliche beim Tag der Schwäbischen Fischerjugend

Wasser gab es beim Tag der Fischerjugend in Illertissen vor allem von oben. Casting, das zielgerichtete Auswerfen der Angel, wurde auf dem Trockenen geübt. Gestern, zum Königsfischen, gings aber an die Seen.
Wasser gab es beim Tag der Fischerjugend in Illertissen vor allem von oben. Casting, das zielgerichtete Auswerfen der Angel, wurde auf dem Trockenen geübt. Gestern, zum Königsfischen, gings aber an die Seen. © Foto: Claudia Schäfer
Illertissen / CLAUDIA SCHÄFER 14.07.2014
Zum Auswerfen der Angelschnur braucht es kein Wasser. Und Casting hat nicht unbedingt mit Superstars und Topmodels zu tun. Das zeigte sich am Wochenende beim "Tag der Schwäbischen Fischerjugend".

Eine Viertelstunde hatten die Jungfischer bei der "Knotenkunde-Prüfung" am Wochenende Zeit, um fünf für ihr Hobby wichtige Knoten in ein Stück Angelschnur zu machen. Anschließend prüften Vertreter des Bezirksverbands, ob die Knoten der Prüfungsteilnehmer im Alter zwischen 10 und 18 Jahren richtig und vor allem auch fest genug waren.

Fast drei Tage lang haben rund 400 Jungfischer aus ganz Schwaben am Wochenende in Illertissen beim "Tag der Schwäbischen Fischerjugend" verbracht. Auf Einladung des Fischereivereins Illertissen-Dietenheim stellten sie sich verschiedenen Wettbewerben und kämpften beim Jugendkönigsfischen um den größten Fang. Mehr als ein Jahr hatte der Veranstalterverein laut dem Vorsitzenden Thomas Kaufmann das Großereignis für die Kinder und Jugendlichen aus 30 Vereinen vorbereitet: Neben dem Illertisser Freizeitbad wurde eine Zeltstadt aufgebaut, Verpflegung organisiert und Wettbewerbsdisziplinen vorbereitet. Und obwohl sich alles ums Angeln drehte, fanden die meisten Prüfungen in Form von Trockenübungen statt. Lediglich zum Königsfischen ging es gestern an vier Seen in der Umgebung.

Gar nicht so einfach waren für die Jungfischer die Fragen zur Artenkunde. Dabei ging es nicht nur um Fische, sondern auch um Kleinlebewesen und Pflanzen. Wie sieht ein Güster aus, wie ein Rüttler, wie das Tausendblatt? Beim Fischen gehe es nicht nur um den Fang, sondern viel um Naturschutz, erklärte Bezirksjugendleiter Manfred Kratzer. Daher sollten die jungen Leute "das ganze Ökosystem Wasser verstehen". Dazu gehöre, einen Schrätzer zu kennen, der zwar für die Fischerei keine Rolle spiele, aber als gefährdete Art auf der Roten Liste steht. Dass die Jugendlichen bei manchen Fragen zur Artenkunde über ihren Antwortbögen stöhnten, konnte Kratzer gut verstehen. Niemand könne angesichts der Artenvielfalt in den Gewässern alles wissen: "Ich hab die Fragen mal bei einer Versammlung unseren alten Hasen vorgelegt, da sind die ganz blass geworden."

Praktisch ging es auf dem Sportgelände neben der Schule zu, wo die Casting-Wettbewerbe stattfanden. Beim Casting geht es nicht etwa um Topmodels, sondern es ist eine Disziplin im Angelsport. Dabei müssen die Fischer mit an der Angelschnur befestigten Gewichten aus verschiedenen Entfernungen unterschiedliche Zielscheiben treffen und sich im Weitwurf messen. Diese Übungen seien wichtig, um den Köder an die richtige Stelle zu bringen und sich nicht in Pflanzen zu verheddern, erklärte Kratzer. Casting und Theorie seien klassische Lerndisziplinen: "Wer darin gut ist, kann gewinnen, ohne beim Fischen als dritte Kategorie, überhaupt was zu fangen."

Besonders begabte Casterinnen sind die Königsbrunner Jungfischerinnen Verena Marx (11) und Vanessa Spiegel (17), die bereits bayerische Casting-Meisterin ist. Für ihre jüngere Vereinskollegin war der Wettbewerb in Illertissen der erste Casting-Versuch. Weil sie mit ihren sieben Jahren eigentlich noch zu jung ist, konnte Laura Brenner zwar nicht offiziell antreten, dennoch war die Teilnehmerin an den bayerischen Meisterschaften mit Spaß und Eifer dabei: "Das ist super hier", waren sich die drei Mädels einig, die schon als kleine Kinder mit ihren Angel-begeisterten Eltern am See saßen. "Hier kann man viele Leute treffen, die dasselbe Hobby haben, das macht voll Spaß." Dass unter den 253 teilnehmenden Jugendlichen gerade mal 20 Mädchen waren, störte sie nicht: "Die Jungs sind eigentlich schon ok."

Zum Königsfischen mussten die Jugendlichen gestern zeitig aus den Schlafsäcken: Sie wurden um halb fünf geweckt. Bis um elf Uhr dauerte das Fischen an den Dietenheimer Seen, am Baggersee Kellmünz und am Riesbaggersee und so mancher dicker Fisch biss zur Freude der Jungfischer an. Nach der Siegerehrung ging es dann nach Hause - rechtzeitig zum WM-Finale.

Ein fetter Karpfen

Der König 5620 Gramm wog der Karpfen, den Kilian Durner vom SFV Münster gestern aus dem See gezogen hat. Damit ist er Fischerkönig und Erster in seiner Jahrgangsklasse beim Tag der Schwäbischen Fischerjugend (Jahrgänge 2002 bis 2004). Dort erreichte Julian Schwarz vom FV Nersingen Rang 6. Marc Hambrecht und Manuel Schmid vom FV Elchingen belegten in den Jahrgängen 1998-99 den neunten und den zehnten Rang; ihr Vereinskollege Sebastian Adä kam bei den Jahrgängen 1996-97 auf Rang 8.

 

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