Gewalt 29-Jähriger in Pfaffenhofen mit Armbrust niedergeschossen

Die Polizei ermittelt gegen den 41-Jährigen mutmaßlichen Schützen. (Symbolfoto)
Die Polizei ermittelt gegen den 41-Jährigen mutmaßlichen Schützen. (Symbolfoto) © Foto: SWP Archiv
Pfaffenhofen/Neu-Ulm / Stefan Czernin 16.09.2018
Auf der Flucht mit dem Auto verunglückt der 41 Jahre alte Tatverdächtige bei Hausen. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Mordversuchs.

Durch ein offenes Fenster hat am späten Freitagabend ein dringend tatverdächtiger 41-Jähriger in Pfaffenhofen im Landkreis Neu-Ulm mit einer Armbrust auf einen 29-Jährigen geschossen. Das haben die ersten Ermittlungen des Kriminaldauerdienstes Memmingen ergeben, der seine Arbeit noch in der Nacht aufgenommen hat. Offenbar betrat der Tatverdächtige den Garten des Mehrfamilienhauses und schoss von dort aus auf den stehenden 29-Jährigen.

Opfer schwer verletzt

Der 29-Jährige erlitt dabei schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen, teilt die Polizei mit. Dem Angeschossenen gelang es, gegen 21.30 Uhr über den Polizeinotruf seine Lage mitzuteilen und um Hilfe zu bitten. Er wurde von den heraneilenden Einsatzkräften bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erstversorgt und im Anschluss von den Sanitätern in ein Krankenhaus gebracht.

  Der Verdächtige war nach dem Anschlag zunächst zu Fuß vom Tatort geflüchtet. Kurze Zeit später erreichte die Polizei Neu-Ulm die Mitteilung über einen schweren Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 3 zwischen Aufheim und Hausen. Wie sich bei der Unfallaufnahme herausstellte, handelte es sich beim Fahrer um den flüchtigen 41-Jährigen.

Schütze mit Auto verunglückt

Dieser war kurz vor 22 Uhr mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen, im weiteren Verlauf in einem Waldstück seitlich gegen einen Baum geprallt. Feuerwehrleute von der Neu-Ulmer Hauptwache und aus Hausen waren im Einsatz. Der Fahrer wurde in seinem Pkw eingeklemmt, von den Rettungskräften geborgen. Während der Rettungsaktion wurde die Armbrust im Auto gefunden, die Polizei stellte die Waffe sicher. Gegen 22.30 Uhr war die Befreiungsaktion beendet. Mit leichteren Verletzungen wurde der verunglückte 41-Jährige in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Kreisstraße war zur Unfallaufnahme mehrere Stunden gesperrt.

Haftbefehl erlassen

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde der Tatverdächtige am Samstag der Haftrichterin vorgeführt. Diese erließ Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes gegen den 41-Jährigen. Die weiteren Ermittlungen zu den Hintergründen und dem Motiv der Tat führt die Kriminalpolizei Neu-Ulm. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Beziehungsstreit der Auslöser für den Anschlag gewesen sein.  Weiterführende Angaben wollte das zuständige Polizeipräsidium wegen einer Vorgabe der Staatsanwaltschaft am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung nicht machen.

In der Marktgemeinde Pfaffenhofen war der Vorfall am Sonntagnachmittag vielen Bürgern noch gar nicht bekannt. Auf dem Herbstmarkt oder in den Cafés war der Anschlag deswegen noch kein großes Gesprächsthema.

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Waffe erfordert keine Erlaubnis

Bedroht Erst vor wenigen Wochen gab es einen weiteren Vorfall, bei dem eine Armbrust involviert war: Unter Alkohol- und Drogeneinfluss hatte ein 50-jähriger Mann in Bellenberg an der Haustür die Waffe auf einen 34-Jährigen gerichtet.  Dieser wollte ein klärendes Gespräch wegen der Hunde der beiden führen. Der 34-Jährige flüchtete und informierte die Polizei.

Erlaubnisfrei Armbrüste gehören laut deutschem Waffengesetz zu der Kategorie der freien Waffen, so die Polizei. Man benötigt also keinen Waffenschein, um eine Armbrust zu kaufen, zu besitzen und führen zu dürfen. Allerdings muss ein Käufer volljährig sein.

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