Theater 25 Jahre Kulinarik und Kultur

Benjamin Merkle 06.08.2018

Besser hätten wir es eigentlich nicht treffen können“, sagt Norbert Riggenmann. Der Vorsitzende der Kulturinitiative „S Brett im Schtoi“ ist mit dem neuen Standort für die gleichnamige Kleinkunstbühne zufrieden. Nicht nur, weil mit dem Umzug in den Eventstadel des Hotels Neumaiers Hirsch in Weißenhorn-Attenhofen die schwierige Suche nach einer neuen Unterkunft zu Ende geht (siehe Info). Für den Verein bedeutet der Umzug auch eine Rückkehr in ein Gasthaus – und: „Der Besitzer Andreas Kiermdorfer ist selbst auch begeistert von Kleinkunst, und der Wirt Robert Neumaier wird sicher das ein oder andere passende Gericht zu unseren Veranstaltungen kreieren.“

Begonnen hat alles 1993 mit einer Geburtstagsfeier in Erbishofen. Genauer: im Gasthof zur Linde, der den Spitznamen „Schtoi“ trägt. Als Nikolaus Maurer für sein Ehrenfest eine Bühne aufbaut, will er sie am liebsten nicht mehr abbauen. Die Wirtin ist einverstanden – und „S Brett im Schtoi“ ist geboren. Rund fünf Jahre nach den ersten Veranstaltungen wird dann der zugehörige Verein gegründet. Als die Wirtin ihren Betrieb aber nach einigen Jahren altersbedingt schließt, muss sich der Verein 2009 eine neue Bleibe suchen. Im landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Mack in Diepertshofen wird er fündig und nimmt dort den Kuhstall in Beschlag.

Platz für 100 Besucher

„Das war ein tolles Flair und eine schöne Zeit“, sagt Norbert Riggenmann, seit acht Jahren Vorsitzender des Vereins. „Als dann aber der Sohn übernommen hat, wollten wir dem Erben keine Umstände machen und den nötigen Renovierungsarbeiten im Weg stehen. Streit gab es also nicht.“

Die 32 Mitglieder des Vereins sind zur Zeit dabei, die Technik aus dem alten in den neuen Stall zu verfrachten. Nicht alles kann weiterhin verwendet werden, zum Beispiel muss eine neue Lichtanlage her. Zu Beginn der neuen Saison sollen 100 Gäste im Eventstadel Platz finden. Das sei zwar nicht viel, aber für eine Kleinkunstbühne mache gerade diese überschaubare Anzahl an Zuschauern und die Nähe zum Künstler den Reiz aus. „Von Künstlern hören wir auch öfter, dass sie gern näher am Zuschauer sind, dass sie die Auftritte im Stall regelrecht geliebt haben.“

Der Verein arbeitet komplett ehrenamtlich und ohne Zuschüsse. Das funktioniert aber nur durch Produktionen, die die Mitglieder selbst auf die Beine stellen. Neben Theaterstücken lassen sie sich auch allerhand Kurioses einfallen. Zum Beispiel gab es eine Brotprobe, bei der – analog zu einer Weinprobe – Brot verkostet wurde, während auf der Bühne kulturhistorische und humoristische Aspekte über Brot dargeboten wurden.

Jungen Künstlern Chance geben

In diesem Programmjahr wird es zwar keine Eigenproduktionen geben, aber eine ähnliche Aktion mit dem Thema Bier sei bereits in Planung. „Unser Gastwirt braut ja auch selbst. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann sogar ein „Brett im Schtoi“-Bier“, spekuliert Riggenmann.

Um nicht nur dem Umzug, sondern auch das 25-jährige Bestehen zu feiern, hat sich „S Brett im Schtoi“ für das Programmjahr 18/19 etwas Besonderes einfallen lassen – und alte Freunde einbezogen. So darf zum Beispiel Werner Specht auf keinen Fall fehlen. Seit vielen Jahren ist der schwäbische Liedermacher auf der Kleinkunstbühne zu Gast.

Das Publikum darf sich auch auf den Schweizer Comedian und Zauberer Marc Haller mit seinem Alter Ego „Erwin“ freuen. Und auf die Geschwister Porter aus Laupheim. „Das Ziel unseres Vereins was es schon immer, jungen, unbekannten Künstlern aus der Region eine Bühne zu bieten.“ Wobei man im Falle von Jessica und Vanessa Porter etwas zu spät dran sei. „Die Schwestern sind schon weit über die Region hinaus als Percussionduo bekannt.“

Das Jubiläumsjahr gipfelt am 23. Juli 2019 in einem Fest vor dem alten Zuhause der Bühne, dem Stall in Diepertshofen. Zum Abschied gibt es Essen, Trinken, Musikkabarett und einige Überraschungen. Für Norbert Riggenmann trifft das den Kern der Kleinkunst: „Die Kombination aus Kulinarik und Kultur finde ich einfach genial.“

„S Brett im Schtoi“ und sein neues Zuhause

Odyssee Die Suche nach einer neuen Unterkunft für „S Brett im Schtoi“ gestaltete sich anfangs schwieriger als gedacht. Keine der Gastwirtschaften in Pfaffenhofen und Umgebung schien angemessen. Erst als sich der Besitzer des Hotel Neumaiers Hirsch, Andreas Kiermdorfer, beim Verein meldete und seinen ausgebauten „Eventstadel“ in Attenhofen ins Rennen brachte, keimte Hoffnung auf. Vor allem sei man erleichtert, dass wieder ein Gastronom die Verpflegung des Publikums übernimmt. In den vergangenen Jahren mussten die Vereinsmitglieder sich auch darum kümmern, sagt Vorsitzender Norbert Riggenmann.

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