Illertissen/Neu-Ulm 1500 Anträge auf ILL-Kennzeichen

Der Landkreis Neu-Ulm führt das alte Kfz-Kennzeichen "ILL" wieder ein
Der Landkreis Neu-Ulm führt das alte Kfz-Kennzeichen "ILL" wieder ein © Foto: Jürgen Bigelmayr (Landratsamt Neu-Ulm)
Illertissen/Neu-Ulm / MICHAEL JANJANIN 04.07.2013
Im Kreistag war der Schwung nicht so groß, das Kfz-Kennzeichen des Altkreises Illertissen wieder zuzulassen. Bei den Bürgern siehts anders aus: 1500 Reservierungen gibt es für die Anfangsbuchstaben ILL.

Wers haben will, solls halt bekommen: das Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben des früheren Landkreises Illertissen. ILL - mit dieser Ortsbezeichnung auf dem Kennzeichen fuhren die Menschen noch bis zur Kreisreform in den 70er Jahren Auto. Danach galt das NU für alle Bewohner des neu entstandenen Landkreises Neu-Ulm, in dem der Altkreis Illertissen aufgegangen ist. Im April hat der Kreistag den Wechsel von NU auf ILL freigegeben. "Vielleicht haben wir dann ein paar fröhliche Gesichter mehr", argumentierte der aus Illertissen stammende SPD-Kreisrat Karl-Heinz Brunner. "Es ist eine kleine Freiheit, die wir den Menschen gönnen", ergänzte der CSU-Kreisrat Armin Oßwald. Bundesrat und Freistaat hatten den kommunalen Behörden diesen Weg freigestellt.

1500 Reservierungen für das ILL-Kennzeichen sind bisher übers Internet beim Landratsamt eingegangen. Die beiden Zulassungsstellen - in Neu-Ulm und die Außenstelle in Illertissen - bereiten sich auf einen entsprechenden Andrang auf die Zulassungsstellen vor. Wenn alle zur Wiedereinführung genehmigten Altkennzeichen im Bundesanzeiger veröffentlicht sind, können die Fahrzeughalter vom 10. Juli an ihr gewünschtes Nummernschild auch abholen. Nicht vorgemerkt werden können allerdings Kennzeichen mit einer Kombination aus einem Buchstaben und einer Zahl. Gleiches gilt für Einser-Kennzeichen wie ILL-A 1 oder ILL-AB 1. Für diese besonders beliebten Einser-Kombinationen gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das hat den Grund, dass mit solchen übers Internet erfolgten Reservierungen reger Handel betrieben würde. "Da haben wir entsprechende Erfahrung anderer Bundesländer", erklärt der Leiter der Zulassungsstellen Roland Flitsch.

Flitschs Erfahrung nach werden die ersten Interessenten schon morgens an den Schaltern anstehen. Vor allem in Illertissen dürfte deshalb sehr viel los sein. Deshalb habe man beschlossen, die Zulassungsstellen auch am 13. Juli, dem darauf folgenden Samstag, zu öffnen. Dies soll für Entspannung sorgen. An dem Sondertag würden aber nur Umkennzeichnungen und Zulassungen des ILL-Kennzeichens bearbeitet. Und da es in Illertissen recht eng zugeht, könne man auch nicht Zusatzpersonal einsetzen. "Deshalb muss in Illertissen mit längeren Wartezeiten gerechnet werden." Flitsch empfiehlt, auf Neu-Ulm auszuweichen, wo alle verfügbaren Schalter besetzt sind.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel