Gericht 15-Jährige sexuell genötigt

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Symbolbild. © Foto: Archiv
Memmingen / Carsten Muth 14.03.2018
Eineinhalb Jahre auf Bewährung: Ein Gericht reduziert die Strafe für einen Mann aus dem Kreis Neu-Ulm.

Das Landgericht Memmingen hat den Vorwurf der Vergewaltigung gegen einen 52-Jährigen aus dem Kreis Neu-Ulm fallengelassen. Der Mann wurde am Ende einer Berufungsverhandlung wegen sexueller Nötigung verurteilt. Er hatte im September 2015 die Tochter einer Bekannten „unsittlich berührt“, wie ein Sprecher des Gerichts sagte.

Zur Erklärung: In erster Instanz hatte ein Schöffengericht den 52-Jährigen noch zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt – ohne Bewährung. Der Verurteilte wollte dieses Urteil nicht akzeptieren. Er ging in Berufung. Die Berufungskammer reduzierte das Strafmaß nun auf eineinhalb Jahre. Zudem wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte bestritt, die Jugendliche vergewaltigt zu haben. Er sagte aus, Sex mit seiner Bekannten gehabt zu haben – vor den Augen ihrer 15 Jahre alten Tochter.

Die Berufungskammer in Memmingen habe dem Angeklagten keine Vergewaltigung nachweisen können, sagte der Gerichtssprecher. Deshalb sei der entsprechende Vorwurf fallengelassen worden. Das Opfer des Mannes sagte vor dem Landgericht nicht mehr aus. „Das Mädchen war psychisch dazu nicht mehr in der Lage.“ Die Belastung sei zu groß für das Mädchen gewesen. Der Angeklagte erklärte sich bereit, der Jugendlichen auf freiwilliger Basis und im Rahmen eines Täter-Opfervergleichs 3000 Euro zu bezahlen.