Durch seine Arbeit für die Pflanzenzucht sowie seine Maschinenfabrik für Parzellenmähdrescher und andere Versuchsfeldmaschinen wurde er weltweit bekannt: Hans-Ulrich Hege. Am 4. Februar ist er wenige Wochen vor seinem 93. Geburtstag im Kreis seiner Familie auf der Domäne Hohebuch gestorben. Dort am Fuß der Waldenburger Berge war er einst aufgewachsen. Er besuchte die Volksschule in Waldenburg, später das Gymnasium in Hall. Nach dem Krieg absolvierte er eine landwirtschaftliche Ausbildung in Hohebuch und auf der Oberlimpurg in Hall.
Ab 1949 studierte er Landwirtschaft in Hohenheim und Bonn. In Weihenstephan ließ er sich zum Pflanzenzüchter ausbilden. 1954 stieg er ins elterliche Saatzucht-Unternehmen in Hohebuch ein. Gemeinsam mit seiner Frau Magdalene hatte er fünf Kinder.
Der Saatzüchter erkannte, dass die Mechanisierung bei der Ernte der Parzellen fehlte. Und weil es keine technischen Lösungen gab, entwickelte er sie selbst: So entstand 1963 der erste Parzellenmähdrescher. Hege gründete eine GmbH reiste nach Indien, China und Weißrussland. Nach der Wende wurde Hege neuer Inhaber der Mähdreschwerke Singwitz bei Bautzen.

Hege war ein visionärer Pflanzenzüchter

Seine Erfindung, maschinell und ohne Vermischung der Sorten auf Versuchsparzellen zu arbeiten, sei zukunftsweisend gewesen, heißt es in einem Nachruf der Firma Zürn. Diese hatte Heges Hohebucher Landmaschinenwerk vor Jahren übernommen. Firmenchef Rolf Zürn würdigt Hege als bodenständigen Landwirt, visionären Pflanzenzüchter und unermüdlich kreativen Maschinenbau-Unternehmer.
Auch in der Kommunalpolitik war Hans-Ulrich Hege eine Persönlichkeit. Von 1959 bis 1994 war er Mitglied im Gemeinderat Waldenburg, von 1971 an auch stellvertretender Bürgermeister. Für sein Engagement erhielt er viele Auszeichnungen – darunter 1987 das Bundesverdienstkreuz, 1991 die Ehrendoktorwürde an der Universität im rumänischen Timisoara und 2015 den Agrarkulturpreis der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Hall.