Künzelsau / Von Thomas Zimmermann

Bei Würth geht es Schlag auf Schlag. Nach der Einweihung des Carmen-­Würth-Forums am 18. Juli 2017 hat auf dem weitläufigen Gelände in Gaisbach schon der Bau des nächsten Großprojekts begonnen.

Das Kultur- und Kongresszentrum auf dem „Grünen Hügel neben Gaisbach“, wie Chipperfield-Architekt Professor Alexander Schwarz in Anlehnung an die Lage des Bayreuther Opernhauses sagte, bekommt einen Anbau: Ein Kunstmuseum und einen großen, flexibel nutzbaren Konferenzbereich. Der Neubau entsteht zwischen dem Forum und der Bundesstraße 19.

Bagger bereits im Einsatz

Rund 39 Millionen Euro werden dafür investiert. Die Eröffnung ist für April 2020 geplant. Bagger bereiten derzeit die Fläche für den Anbau vor. Die rechte Wand am Außengelände des Forums wurde teilweise eingerissen.

Eine große Überraschung ist der Neubau nicht. Schon bei der Einweihung des knapp 60 Millionen Euro teuren und 11 000 Quadratmeter großen Forums am 80. Geburtstag der Würth-Gattin Carmen, die dem imposanten Bauwerk ihren Namen gibt, sickerte durch, dass die Pläne für einen zweiten Bauabschnitt schon in der Schublade liegen.

Der Bedarf an Veranstaltungsräumen ist groß. „Durch die wirtschaftliche Aktivität der Region besteht unbedingter Bedarf an dem von Anbeginn als multifunktionale Anlage geplanten Carmen-Würth-Forum, das intern wie extern genutzt werden kann und dadurch die Region stärkt“, betont Reinhold Würth.

Museum im Zentrum

Der Erweiterungsbau wurde erneut vom englischen Stararchitekten David Chipperfield geplant und steht auch im Zeichen der Kultur. Im Zentrum des insgesamt 5550 Quadratmeter großen Gebäudes wird ein Museum errichtet, in dem die bekanntesten Werke aus der Sammlung Würth in einer Dauerausstellung zu sehen sein werden. Daneben ist ein grafisches Kabinett geplant.

Über ein verglastes Belvedere fällt der Blick vom Museum auf den Skulpturengarten auf dem riesigen Außengelände und auf die Landschaft der Hohenloher Ebene. Auch das Museum kann bei der Anmietung des Kultur- und Kongresszentrums als exklusive Eventfläche genutzt werden.

Großen Raum nehmen im Erweiterungsbau zehn neue unterteilbare Konferenzräume ein, die insgesamt bis zu 700 Personen Platz bieten. Ein zweiter Eingang mit einem Foyer schafft einen eigenen Zugang und ermöglicht es künftig, parallel ablaufende und mehrtägige Veranstaltungen problemlos durchzuführen.

Orte fürs Miteinander

Schließlich hat sich das Carmen-­Würth-Forum in kurzer Zeit als Veranstaltungsstätte, aber auch als Kongresszentrum bewährt. Allein im Jahr 2018 fanden rund 100 Veranstaltungen mit insgesamt 72 000 Besuchern statt.

Ein Innenhof sowie ein Café runden den Anbau ab. „Damit vollenden wir das Carmen-­Würth-Forum und Reinhold Würths Vision für ein Gebäude, das ein Ort des Zusammenkommens ist und auch eine Geste an die Mitarbeiter und für ihre Gemeinschaft über den Arbeitsplatz hinaus“, betont David Chipperfield.

Wie das Forum besticht der Anbau durch eine zeitlos elegante und lichtdurchflutete Architektur, die das Zusammenspiel von Kunst, Raum und Landschaft symbolisieren soll. Auswirkungen auf die bereits geplanten Veranstaltungen hat der Anbau nicht. Der Veranstaltungsbetrieb wird während der Arbeiten wie geplant fortgesetzt. Und auch das Würth-Open-Air wird Ende Juni an gewohnter Stelle stattfinden.

Der Anbau soll 39 Millionen Euro kosten

Das Gebäude Im 5550 Quadratmeter großen Anbau sollen zehn neue, flexibel nutzbare Konferenzräume entstehen. Darin können bis zu 700 Personen tagen. Derzeit verfügt das Carmen-­Würth-Forum über eine große Veranstaltungshalle mit etwa 2000 Sitzplätzen sowie den Reinhold-Würth-Saal mit rund 600 Plätzen.

Das Museum Dazu kommt ein neues Museum für die Dauerausstellung der bedeutendsten Stücke aus der rund 18 000 Werke umfassenden Sammlung Würth. Dies wird das fünfte Museum der Würth-Stiftung in Hohenlohe. Bisher gibt es schon: das Museum Würth in der Konzernzentrale in Gaisbach, die Kunsthalle Würth (beide zeigen vorwiegend Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert) und die Johanniterkirche (Dauerausstellung Alte Meister) in Schwäbisch Hall sowie die Hirschwirtscheuer in Künzelsau. Alle Museen kann man bei freiem Eintritt besuchen.

Die Kosten Die Investitionssumme für den Anbau beläuft sich auf rund 39 Millionen Euro. evl