Landrat Gerhard Bauer hat entschieden, dass ein frisch renoviertes und nicht belegtes Gebäude in Crailsheim als Reserveeinrichtung für Corona-Patienten eingerichtet wird. Dort könnten Patienten versorgt werden, die der Pflege bedürfen, aber nicht unbedingt im Krankenhaus versorgt werden müssen. Eine zweite Unterbringungsmöglichkeit steht in der Gemeinde Michelfeld zur Verfügung, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises.

In Michelfeld handelt es sich um die Containeranlage, die als Reserve für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgehalten, aber derzeit nicht benötigt wird. Bauer plant außerdem eine Registrierung von Freiwilligen, damit die Kliniken bei Bedarf schnell auf medizinisch geschultes Personal zurückgreifen können. „Wir müssen uns rechtzeitig auf steigende Patientenzahlen vorbereiten“, erklärt der Landrat.

Die Unterkunft in Crailsheim gehört dem Kreis und könnte zeitnah belegt werden. Dadurch könnten die Krankenhäuser im Kreis entlastet und ausreichend Bettenkapazitäten für Covid-19-Patienten freigemacht werden. Die Crailsheimer Unterkunft ist für Patienten vorgesehen, die nicht am Coronavirus erkrankt sind, aber Pflege brauchen. Beispielsweise Menschen, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, sich aber nicht alleine zu Hause versorgen können. Auch allein lebende Senioren, die bisher von osteuropäischen Pflegekräften betreut wurden, welche nicht mehr einreisen dürfen, könnten dort notfalls untergebracht werden. Die Seniorenheime im Kreis hätten dafür keine Kapazitäten.

Lage noch zu stemmen

Aktuell können die beiden Kliniken im Landkreis die Herausforderung, die mit der Corona-Pandemie einhergeht, noch stemmen. Das Personal in den Krankenhäusern war zwar auch schon vor der Pandemie mehr als ausgelastet. Durch Verschiebungen von planbaren Operationen und andere Maßnahmen sowie dem sehr großen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei der Klinikbetrieb bisher kaum eingeschränkt. „Vorhersagen und der Blick in die Nachbarländer zeigen allerdings, dass die Situation sich dramatisch verschlechtern könnte und immer mehr Patienten stationär aufgenommen werden müssen“, heißt es weiter.

Freiwillige gesucht

Um für diese Zeit gerüstet zu sein, werden nun schon vorab Freiwillige gesucht: „Wenn Sie über Erfahrung in der Pflege oder im medizinischen Bereich verfügen, dann melden Sie sich bitte!“, ruft Landrat Gerhard Bauer die Bürger auf. „Sie können sich registrieren lassen, damit wir im Ernstfall schnell auf Personal zurückgreifen können. Ausgebildete, bereits im Ruhestand oder aktuell in der Elternzeit befindliche Ärzte, Pflegekräfte oder Rettungssanitäter wären für diese Aufgabe besonders geeignet. Auch Auszubildende in medizinischen oder pflegenden Berufen sowie Medizinstudenten“, wirbt Bauer.

Info Interessenten können sich unter unterstuetzung-corona@LRASHA.de melden. Gebraucht werden Kontaktdaten, Lebenslauf, Angaben zur Qualifizierung und Verfügbarkeit.

Infektionen im Landkreis Schwäbisch Hall


Bestätigte Erkrankungen
Schwäbisch Hall 64 (49)
Rosengarten 9 (8)
Michelfeld 6 (5)
Untermünkheim 27 (24)
Braunsbach 9 (8)
Mainhardt 20 (17)
Michelbach/Bilz 9 (8)
Obersontheim 21 (14)
Wolpertshausen 2 (1)
Vellberg 8 (7)
Bühlerzell 12 (8)
Bühlertann 2 (2)
Ilshofen 8 (7)
Gaildorf 11 (9)
Fichtenberg 2 (2)
Sulzbach-Laufen 3 (3)
Oberrot 1 (1)
Crailsheim 16 (14)
Rot am See 2 (2)
Satteldorf 4 (4)
Frankenhardt 2 (1)
Gerabronn 2 (2)
Wallhausen 2 (2)
Kirchberg/Jagst 1 (1)
Fichtenau 1 (1)
Blaufelden 1 (1)
Insgesamt 245 (201)
Stand 26. März, 9 Uhr