Eine typische „Pub-Situation“ hatte sich Kurt Haiber vom Organisationsteam des Hessigheimer Wurmbergkellers für die erste Kultur-veranstaltung dieses Jahres, den Auftritt von „Colludie Stone“, gewünscht. Die Zutaten – irisch-schottische Folk Music, beste Stimmung bei drangvoller Enge, Guiness Beer und Whisky – stimmten, aber erst war noch gemeinsames Stühlerücken angesagt. Die meisten Zuhörer wollten das Konzert halt lieber sitzend erleben statt an den vorbereiteten Stehtischen.

Ansteckende Spielfreude

Dann ging es aber doch los – und wie.  Der Funke sprang sofort über, nur die Enge im Kellergewölbe setzte dem um sich greifenden Bewegungsdrang unter den Zuhörern enge Grenzen. Und so musste sich das Mittanzen auf Hände, Finger und wippende Knie beschränken. Die Spielfreude der vier Musiker wirkte ansteckend.

Hinter „Colludie Stone“ – der Name bezeichnet einen vom Wasser ausgehöhlten Stein und geht auf ein schottisches Märchen zurück – verbergen sich Birgit Aubert mit der Fiedel, Robert Iacuzzi mit seinen Flöten sowie Marc Lewandowsky mit der Irish Bouzouki und Wilfried Stecher (Bass und Bodhran). Lewandowsky und Stecher sind noch aus der Gründerzeit der Band, als man zu fünft musizierte, übrig geblieben.

Das Quartett überzeugte mit einer Mischung aus tanzbaren, schnellen Rhythmen und traurig-schönen Balladen, wie „Paddy’s Lamentation“, dessen Traum von einem glücklichen Leben ohne Hunger in Amerika zerplatzt, als er für den amerikanischen Bürgerkrieg zwangsrekrutiert  und ihm als billiges Kanonenfutter ein Bein weggeschossen wird.

In „The Dark Island“, kam die unstillbare Sehnsucht nach den grünen Inseln der Hebriden mit ihren weißen Sandstränden ergreifend zum Ausdruck. Mit einem Wort, es wurde „fine irish-celtic folk“ geboten, wie in der Ankündigung des Konzerts versprochen. Eine kleine Ausnahme gab es, den „Sündenfall“, wie augenzwinkernd gesagt wurde: die Gruppe hat auch das zu Stil und Thema der Band passende und sehr berührende französische Chanson „Le vent nous portera“ – „The wind will carry us“ – in ihr Repertoire aufgenommen.

Die vier Protagonisten erwiesen sich alle als Könner ihres Fachs. Allen voran Wilfried Stecher mit seiner Bodhran, einer Art Tamburin, das er perfekt beherrschte. Robert Iacuzzi brachte dem Publikum die Flötentöne seiner Irischen Rudall & Rose Holzflöte bei und nahm es mit Charme und witzigen Anekdoten für sich ein. Birgit Aubert beeindruckte nicht nur als virtuose Geigerin, sondern auch mit ihrer Stimme. Ruhender Pol war Gitarrist und Bouzoukispieler Marc Lewandowsky.

Mit einem Wort: es war ein wunderschöner Abend, der Lust machte auf eine weitere Begegnung mit dem Quartett und nicht zuletzt mit der grünen Insel selbst. Bis dahin bleibt nur die Hoffnung, dass im Sommer die lang erwartete zweite CD der Band herauskommt.

Info Im Wurmbergkeller geht es am 6. April mit der zweiten von vier geplanten Kulturveranstaltungen weiter. Dann wird das Vokalquartett „mundARTmonika“ zu Gast sein mit „Vocal Pop Comedy“, einer Mischung aus kecken deutschsprachigen Eigenkompositionen originellen Coverversionen und altem Liedgut im neuen Gewand.