Vergabe Förderung für Filmarbeiten

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG, war Mitglied in der Jury.
Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG, war Mitglied in der Jury. © Foto: MFG
Ludwigsburg / bz 06.02.2019

In ihrer ersten Vergabesitzung des Jahres bewilligte die Jury  der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) Filmförderung Baden-Württemberg rund 4,9 Millionen Euro für insgesamt 20 Projekte aus den Bereichen Drehbuch, Produktionsvorbereitung und Produktion, darunter auch zahlreiche Projekte aus Ludwigsburg.

Mit je 600 000 Euro gehen die höchsten Fördersummen an die Produktionsfirmen zweier Spielfilme, die von baden-württembergischen Firmen maßgeblich realisiert werden, „Silver Cloud“ und „Die Schule der magischen Tiere“.

Zwei Nachwuchsprojekte, die aus dem Förderprogramm „Fifty-Fifty“ je zur Hälfte mit dem SWR beziehungsweise dem ZDF finanziert werden, unterstützt die MFG mit jeweils 515 000 Euro, darunter „Irgendwann ist auch mal gut“, produziert von der Ludwigsburger Venice Pictures.

Unter den fünf dokumentarischen Projekten finden sich neben Arbeiten zu aktuellen politischen Fragestellungen auch zwei, die sich mit Literatur und Musik beschäftigen, mit dem Pianisten Arturo Benedetto Michelangeli („Mythos Michelangeli“) und dem Dichter Friedrich Hölderlin („Hölderlins Echo“).

Die Förderentscheidungen in der unabhängigen Jury trafen Prof. Jan Adamczyk, Franziska Heller, Thomas Martin, Martin Pieper, Hannah Pilarczyk, Simone Reuter, Prof. Dr. Elisabeth Schweeger und Prof. Carl Bergengruen.

Zwar würde es zum Teil schon ausgefeilte Drehbücher für die Filme geben, oft stecke hinter den Projekten aber auch ein kompliziertes Finanzierungsverfahren, so Uwe Rosentreter, Leiter Kommunikation und Veranstaltungsmanagement der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. So würden sich  die Produktionsfirmen eventuell noch an anderen Förderausschreibungen beteiligen, dementsprechend später beginnt die Arbeit an den Filmen. „Die meisten drehen im Sommer“, so Rosentreter.

Die Förderentscheidungen für die Projekte aus Ludwigsburg, Bereich Drehbücher: Für „Hier leben Luchse“ gibt es eine Förderung von 25 500 Euro, Kinderfilm/Coming of Age, Kino, Autor und Antragsteller: Simon Schneckenburger, Ludwigsburg. Zum Inhalt: Die elfjährige Malou reist im Sommer alleine in den Schwarzwald und freundet sich mit der gleichnamigen Susa an. Als sie hinter Susas Geheimnis kommt, muss Malou über sich hinaus wachsen, um der Freundin zu helfen.

Für „Ein älterer Herr“ gibt es eine Förderung in Höhe von 16 903  Euro, Drama/Thriller, TV, Autor und Antragsteller: Till Isken, Ludwigsburg. Zum Inhalt: Eines Tages wird Martin Grote von einem Fremden zum Duell herausgefordert. Verunsichert glaubt er zunehmend, sich dem potenziellen tödlichen Schusskampf stellen zu müssen.

Laut Förderentscheid für den Bereich Produktionsvorbereitung erhält „Der Storch ist tot“  63 000 Euro, Spielfilm, Coming of Age, Drama, Kino, Buch: Janett Lederer, Produzent und Antragsteller: Giganten Film Produktions GmbH, Ludwigsburg. Zum Inhalt: Als nach langen Jahren die Störche wieder ins Dorf zurückkehren, heißt es, sie werden allen Glück bringen. Die 13-jährige Mariska denkt, hier im Dorf gibt es kein Glück mehr, stattdessen wird geheiratet. Auf den Spuren der Störche sucht Mariska nach der Liebe und findet sie am Teich, wo der einbeinige Gyuli und der Zigeunerjunge Levente immer heimlich schwimmen üben, bis ihr Zusammentreffen nicht länger ohne Folgen bleibt.

Förderentscheid für den Bereich Produktionsförderung: „Irgendwann ist auch mal gut“ erhält 515 000  Euro, Spielfilm, Tragikkomödie, TV, Buch: Daniel Bickermann, Regie: Christian Werner, Produzent und Antragsteller: Venice Pictures GmbH, Ludwigsburg. Zum Inhalt: Bestatter Karsten wird an Weihnachten mit dem geplanten Suizid seiner Eltern konfrontiert. Natürlich tut er alles, um die geliebte Mutter Marion und den an Parkinson erkrankten Vater Theodor davon abzubringen. Doch trotz aller möglichen und unmöglichen Anstrengungen scheitert er und findet stattdessen in der Akzeptanz des Todes selbst einen Neuanfang ins Leben.

Für „Rückkehr nach Potosí“ gibt es eine Förderung in Höhe von insgesamt 95 446 Euro, Dokumentarfilm, TV, Buch: Johannes Preuß und Marius Brüning,  Regie: Marius Brüning, Produzent und Antragsteller: DOKblick Schumacher Preuß Brüning GbR, Ludwigsburg. Zum Inhalt des Filmprojekts: Ein gebürtiger Bolivianer, der im schwäbischen Mössingen bei Adoptiveltern aufgewachsen ist, sucht in den Bergen von Potosí nach seiner Familie.

Aus Armut hat seine Mutter den kleinen Jungen mit wenigen Monaten weggegeben. Die Suche trägt dabei eine Geschichte in sich, die weit über das persönliche Schicksal hinausgeht. Denn Manuel wurde in einer Region geboren, die für die rücksichtslose Ausbeutung von Silber bekannt ist.

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