Als der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Dettingen kurz nach der Alarmierung um 5.09 Uhr in die Hölderlinstraße einbog, war der Flammenschein aus dem brennenden Mehrfamilienhaus bereits weithin sichtbar. „Flammen schlugen bereits zwei bis drei Meter aus dem Dachgiebel“, beschrieb der stellvertretende Feuerwehrkommandant Jochen Wurz die Szenerie. Die beiden Bewohner der Brandwohnung im Dachgeschoss waren in unmittelbarer Lebensgefahr, ein Mann hatte sich auf das Dach gerettet, eine weitere Person wartete auf dem Balkon um Hilfe.

Menschenrettung eingeleitet

Umgehend wurde die Menschenrettung eingeleitet. Über den Korb der Drehleiter gelang es den Feuerwehrleuten, den Mann vom Dach in Sicherheit zu bringen, dieser wurde allerdings durch eine Rachgasvergiftung schwer verletzt und musste mit einem Rettungswagen in die Klinik eingeliefert werden. Über tragbare Leitern retteten die Feuerwehrleute zeitgleich die zweite Person vom Balkon der Wohnung.

Ehe die eigentlichen Löscharbeiten beginnen konnten, mussten zudem die weiteren Bewohner des Mehrfamilienhauses zur Sicherheit aus ihren Wohnungen geholt werden. Die DRK-Bereitschaft des Ortsvereins Dettingen übernahm die Betreuung der evakuierten Bewohner und sicherte die Löscharbeiten der Feuerwehr sanitätsdienstlich ab.

Bürgermeister machte sich ein Bild der Lage

„Insgesamt waren 20 Personen im Gebäude, die ihre Wohnungen verlassen mussten“, erklärte Dettingens Bürgermeister Michael Hillert, der sich vor Ort ein Bild der Lage machte. „Darunter waren auch viele Kinder.“ Sie wurden in der nahegelegenen Schillerschule untergebracht, wo die Kinder auch Spielgelegenheiten vorfanden. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die betroffenen Familien mit einem Frühstück und warmen Getränken.

Nachdem alle Bewohner in Sicherheit gebracht worden waren, gingen die Feuerwehrleute, die am Abend zuvor ihre Hauptversammlung abgehalten hatten, unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Um die Helfer, die mit dem Löschzug zuerst eingetroffen waren, zu entlasten, wurden weitere Atemschutzgeräteträger, die zwischenzeitlich im Feuerwehrhaus eingetroffen waren, an die Einsatzstelle nachgefordert. Schnell bekamen die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle, mit den Nachlöscharbeiten dauerte der Einsatz aber insgesamt rund dreieinhalb Stunden.

Schon am Samstagvormittag arbeiteten Handwerker daran, das stark in Mitleidenschaft gezogene Dach provisorisch abzudichten. „Die betroffene Wohnung ist komplett ausgebrannt“, erklärte der stellvertretende Feuerwehrkommandant Jochen Wurz. Dementsprechend hoch musste die Brandintensität in den frühen Morgenstunden gewesen sein. Inwiefern die weiteren Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus durch das kontaminierte Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, war am Samstagmittag noch nicht klar. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses zeigten derweil Solidarität untereinander. „Die Bewohner der vom Wasserschaden betroffenen Wohnungen haben allesamt Platz in den anderen Wohnungen der Doppelhaushälfte gefunden, niemandem fehlt ein Dach über dem Kopf“, sagte Bürgermeister Hillert.

Zahlreiche Rettungskräfte

Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes war mit fünf Helfern und drei Fahrzeugen im Einsatz, die Freiwillige Feuerwehr Dettingen mit einem Löschzug, weiteren Sonderfahrzeugen und insgesamt 35 Einsatzkräften. Hinzu kamen Kräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und ein Notarzt.

Das könnte dich auch interessieren:

Wittlingen