Das werden harte Zeiten für Dettingen und Neuhausen. Im Sommer geht es zurück in die Vergangenheit. In die Ära ohne Ortsumfahrung, als die B 28 mitten durch die Ermsgemeinden führte. Stop and Go vor der Haustür  – ältere Anwohner mögen gar nicht daran denken. Doch für die Ferienzeit  sind Staus schon jetzt programmiert: Gut viereinhalb Wochen quält sich der Verkehr zuerst durch Dettingen und dann durch Neuhausen.

Nötig wird das, weil das Regierungspräsidum (RP) Tübingen vom 27. Juli die B 28 zwischen dem Metzinger Auchtertknoten und der Bleiche vor Dettingen saniert (wir haben berichtet). Acht bis neun Wochen dauern die Arbeiten, unter anderem bringt der Bund einen neuen Belag auf.

Nun stehen die Umleitungsstrecken für die Zeit, in der die Bundesstraße voll gesperrt werden muss. Und klar, dass die Sache bei den Betroffenen kaum für gute Laune sorgt. „Täglich bis zu 30 000 Autos im Flecken – das wird kein Spaß“, urteilt Dettingens Bürgermeister Michael Hillert. Die betroffenen Gemeinden hatten sich eine überörtliche Umleitung gewünscht, doch die konnte nicht verwirklicht werden: „Auf allen  Strecken wird bereits gebaut“, erklärt Hillert. Auch der Bitte, die Laster außerhalb der Orte zu leiten, habe das RP daher nicht nachkommen können.

Dettingens Ordnungsamtsleiterin Anke Martini hat nun die Ausweichrouten für ihre Gemeinde vorgestellt. Die Umleitung sei noch nicht offiziell zementiert – „an den Sperren selbst wird sich aber nichts mehr ändern.“

Zu den Strecken: Enger geht  für Autofahrer schon mit dem ersten Tag der Sommerferien her. Da ist Baustart: Vom 27. Juli bis zum 29. Juli wird die Fahrbahn am Dettinger Bleicheknoten nur etwas verschmälert, der Verkehr kann weiter rollen. Zwei Tage, vom 29. Juli bis zum 1. August, ist allerdings an der Bleiche keine Einfahrt mehr nach Dettingen  möglich. Die Autos werden mit Ampel über die B 28 geleitet und kommen beim Real-Markt wieder in den Ort.

Das sei unterm Strich gut zu managen, urteilt Anke Martini. Probleme sieht Michael Hillert in dieser Zeit allenfalls auf die Belegschaft der Firma Elring-Klinger zukommen. Mitarbeiter können nicht über die Bleiche ausfahren und müssen den Weg durch den Ort nehmen.

So richtig knackig wird es für Pendler dann vom 1. August an. Dann sperrt das RP die B 28 vom Knoten Bleiche bis zur Abfahrt Dettingen West bei Neuhausen komplett. Der Verkehr rollt  „für zwei bis drei Wochen“ durch Dettingen. Wer talaufwärts von Metzingen in Richtung Bad Urach unterwegs ist nimmt die übliche Route über die Karlstraße.

Kniffliger gestaltet es sich für Reisende in Richtung Metzingen. Sie fahren über Uracher Straße und Karlstraße bis zur Uhlandschule, biegen dann in die Bahnhofstraße (sie wird streckenweise Einbahnstraße) und von dort auf die Metzinger Straße ab.

Die Strecke nimmt allerdings zwei längere Kurven, und zwar auf Höhe der Gasthäuser Krone und Löwen. „Dort wird es eng für den Schwerlastverkehr“, mutmaßt Anke Martini. Die Verwaltung hat ihre Bedenken bereits beim RP angemeldet, dort prüften Experten die „Schleppkurven“ mittels Computerprogramm. Die Antwort: „Das reicht auch für Laster“, zitiert die Ordnungsamtsleiterin die Behörde.

„Wir bleiben skeptisch“, urteilen derweil die Dettinger Verwaltungsvorderen. Michael Hillert („das ist  ein ungutes Ding“) bemängelt vor allem die fehlenden Querungshilfen für Fußgänger auf der Strecke, die übrigens mit vielem Halteverboten ausgeschildert wird. „Das kann nicht funktionieren, die Straße ist für den jetzigen Zustand ausgelegt.“

Auch die Gemeinderäte Dr Rolf Hägele (FWV) und Wolfgang Budweg (CDU) fordern weitere Fußgängerüberwege, nicht zuletzt wegen der Nähe zum Friedhof.

Bauchschmerzen bereiten die Straßensperren auch etlichen Neuhäusern. Durch den Stadtteil rollen die Autos etwa ab Mitte August,  ebenfalls für gut zwei Wochen, sagt Jürgen Grauer, Projektleiter der gesamten B-28-Bauarbeiten beim RP Tübingen.

Während dieser Zeit wird auf der Bundesstraße der Abschnitt von Neuhausen bis zum Beginn des zweispurigen Ausbaus auf Höhe Metzingen saniert. Der Verkehr wird dann über die Neuhäuser Ortsdurchfahrt und die Salonkreuzung bis zum Polizeiknoten in Metzingen geführt.

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Acht bis  neun Wochen wird auf  der B 28 gebaut. Streckenweise muss voll gesperrt werden. Die Straße sei nach Arbeitsschutz-Richtlinien zu schmal, um den Bautrupp zu schützen.