Vereine Zu wenig Bäder, zu wenig Zeit

Jürgen Buchfink bei der Schwimmausbildung.
Jürgen Buchfink bei der Schwimmausbildung. © Foto: Privat
Bad Urach / swp 15.02.2018

Eigentlich sollten alle Kinder spätestens am Ende ihrer Grundschulzeit schwimmen können. Jedenfalls wenn es nach der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) geht. Doch die Realität sehe anders aus: „Schwimmen gehört zu den absoluten Grundkenntnissen, genau wie Laufen oder Sprechen“, sagt Jürgen Buchfink, Bäderleiter und DLRG- Schwimmausbilder in Kooperation mit vielen Schulen.  „Die Freizeitmöglichkeiten im und am Wasser nehmen von Jahr zu Jahr zu. Im Urlaub könne also auch ein Großstadtkind und das auf dem Land lebt und sonst nie mit Gewässern in Berührung kommt, ertrinken.“

Fakt sei aber: Nach Ende der vierten Klasse kann sich nur jeder zweite Grundschüler sicher über Wasser halten. Das gehe aus einer entsprechenden Befragung aus dem Jahr 2017 hervor. Nicht nur zu wenig Schwimmbäder, auch der Weg zu den Bädern ist für Kommunen ein Kostenfaktor, der immer öfter genannt wird, bedauert die DLRG. Weiterhin zu hinterfragen sei, warum viele Kinder zwar voller Stolz das Seepferdchen machen, dann aber nie mehr im Schwimmunterricht auftauchen.

Jürgen Buchfink geht sogar noch einen Schritt weiter: „Gerade die ersten drei Abzeichen, also Seepferdchen und die Schwimmabzeichen in Bronze und Silber, sind mit unserer Schwimmausbildung gut zu meistern und bringen die Kinder dazu, auch in Seen und Meeren gut und sicher baden zu können.“

Seine Vermutung ist, dass viele Eltern die Kinder nicht mehr zum Schwimmen fahren wollen oder können.

Durch Kooperationsmaßnahmen von Schulen und der DLRG werde hier einiges abgefangen. So waren im vergangenen Jahr dank der DLRG-Ortsgruppe Bad Urach aus den Grundschulen Bad Urach, Römerstein, Westerheim und Grabenstetten jeweils bis zu 30 Kinder von Nichtschwimmern zu Schwimmern ausgebildet worden. Und das nicht nur mit dem Abzeichen Seepferdchen, sondern auch mit vielen Deutschen Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold.

Mit diesem erfolgreichen Modell leiste die DLRG in der Region seit über 25 Jahren ihren Beitrag gegen den Ertrinkungstod. „Eine wahrlich großartige Leistung“, so Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann.

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