Mit 7180 Euro schüttet die Bürgerstiftung so viel Fördermittel aus wie noch nie in ihrer zehnjährigen Geschichte: „Wir verdanken dies dem glücklichen Umstand, dass aus Anlass einer Beerdigung darum gebeten wurde, uns Spenden zukommen zu lassen“, berichtete der Stiftungsratsvorsitzende Alexander Röhm bei der offiziellen Vorstellung der geförderten Vereine. Auch viele andere Menschen hätten von sich aus die Bürgerstiftung finanziell unterstützt, zeigte sich Stiftungsvorstand Bernd Wacker erfreut: „Das beweist mir, dass wir in den Köpfen der Uracher angekommen sind.“

Allein 3680 Euro beträgt die Summe, die der Bürgerstiftung über die Trauerfeier zukam: „Die Hinterbliebenen hatten bei der Ausschüttung denn auch ein Mitspracherecht“, führte Röhm aus. So erhält der Verein zur Erhaltung der Amanduskirche einen Betrag von 2450 Euro, der laut Pfarrer Wilhelm Keller auch dringend benötigen wird für die Umsetzung der seit langem geplanten Kanzelsanierung. 60 0000 Euro veranschlagen die Experten für die dafür notwendigen Arbeiten. „Wir können das Geld richtig gut brauchen“, unterstrich Amanduspfarrer Keller.

Auch der Verschönerungsverein Bad Urach möchte die ausgeschüttete Summe von 1230 Euro für eine Renovierung verwenden, rund 6000 Euro kostet die Instandsetzung des Brunnens auf dem Friedhof. Im Jahr 1894 nach den Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Albert Vatter gebaut, befand er sich zuletzt laut dem Vereins-Vorsitzenden Gerhard Schwenninger in einem „fürchterlichen“ Zustand. Die Vereinsmitglieder sind normalerweise in vielfältiger Weise selbst aktiv, dieses Mal habe man allerdings eine Spezialfirma beauftragen müssen: „Auch wir können das Geld gebrauchen“, freute sich Schwenninger.

Angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus sei die Bürgerstiftung auf den Erlös von Veranstaltungen angewiesen, auch hier konnte Bernd Wacker eine positive Bilanz ziehen: Der Abend mit Winfried Wagner sei gut besucht gewesen, etwas mehr Resonanz habe man sich beim Jubiläumskonzert mit dem Heeresmusikkorps erhofft.

Die Bürgerstiftung, sagt Wacker, sei dazu übergangen, nicht mehr eine Vielzahl an kleineren Beträgen auszuschütten, sondern größere Summen. Über die mit 2500 Euro größte Ausschüttung im Jubiläumsjahr kann sich der FV Bad Urach freuen – auch bei diesem Verein fließt die Summe in Baumaßnahmen. Im Zuge der von der Stadt finanzierten Sanierung des Kunstrasenplatzes musste der Verein laut Uwe Redlich das Sporthaus für eine Gesamtsumme von rund 60 000 Euro auf Vordermann bringen: „Das war zwingend notwendig“, führte der FV-Vorsitzende aus. Viele Bereiche, wie etwa den Kabinentrakt, habe man komplett entkernt und neu aufgebaut, insgesamt seien rund 1500 Stunden Eigenleistung investiert worden: Mit der Sanierung, sagt Vereinsvize Martin Lorenz, sei es auch darum gegangen, für eine stärkere Identifikation der Jugendlichen mit dem Verein zu sorgen.

Mit der hohen Ausschüttung an den FV wollte die Bürgerstiftung auch das Engagement des Fußballvereins bei der Integration von inzwischen elf Flüchtlingen von der Jugend bis zu den Aktiven im Trainings- und Spielbetrieb honorieren, sagt Bernd Wacker. Laut Uwe Redlich geht es dem FV nicht darum, dass diese Spieler „nur auf den Ball kloppen“, vielmehr wolle man den Flüchtlingen auch andere Werte vermitteln.

Außerdem profitiert die Kinder-Feuerwehr von der Bürgerstiftung, sie wurde mit einer Summe von 1000 Euro bedacht. Deren Ziel sei es, so Bürgermeister Elmar Rebmann, Jungen und Mädchen unter zehn Jahren spielerisch an das Thema Feuerwehr heranzuführen. Was ihn besonders freut ist, dass sich junge und engagierte Feuerwehrfrauen und -männer einbringen.