Bad Urach Wild kommt nicht auf Bestellung

Martin Austen (l.) und Frank Simon wollen Wildkammern erhalten. Foto: Mara Sander
Martin Austen (l.) und Frank Simon wollen Wildkammern erhalten. Foto: Mara Sander
Bad Urach / MARA SANDER 19.11.2013
Aktuelle Themen waren Grund für eine Versammlung des Hegerings Bad Urach am Donnerstag im Hotel Vier Jahreszeiten. Insbesondere beschäftigt die Jäger die unsichere Zukunft der Wildkammer in Wittlingen.

"Die Turbulenzen um die anstehende Novellierung des Landesjagdgesetzes haben nicht nur unsere Kurz-Jagdpachtverlängerung hier in Bad Urach im April beeinflusst, sondern sorgen schon im Vorfeld Land auf und Land ab für große Unruhe in Kreisen der Jägerschaft und der Betroffenen", nannte Hegeringleiter Frank Simon eines der aktuellen Themen der Hegeringversammlung am Donnerstag in Bad Urach. "Unsere landesweite konstruktive Postkartenaktion zum Landesjagdgesetz an die Landesregierung und die politisch Verantwortlichen wurde stark wahrgenommen", berichtet er.

Neben Informationen über die Wildseuchensituation, bei der es keine Entwarnung gibt und die Fuchsstaupe für nicht geimpfte Hunde tödlich enden kann, beschäftigt die Jäger besonders das Thema Wildkammer Wittlingen.

"Dieser Schlachtraum muss erhalten bleiben. Wir von Jägerseite brauchen den", richteten sie einen eindringlichen Appell an den stellvertretenden Bürgermeister Dietmar Schrade, damit er ihre Interessen vertreten könne. Zum Beispiel bei den Haushaltsberatungen, wo das Thema immer mal wieder zur Diskussion stehe und drohe, dem Rotstift zum Opfer zu fallen. Doch es hänge mehr daran als Wirtschaftlichkeit und Auslastung.

Die Jäger brauchen eine jagdreviernahe Möglichkeit, das Wild zu zerwirken, wie es in der Fachsprache heißt. "Regionale Vermarktung heißt auch Schlachthäuser erhalten und nicht zu schließen", so Simon in Bezug auf EU-Vorschriften und Frischequalität, kurze Wege und Unabhängigkeit von Öffnungszeiten.

Das Wild komme nun mal nicht auf Bestellung sondern zu unterschiedlichen Zeiten. "Hier kann man wirklich mal was machen, nicht nur Flyer", so Simon mit Blick auf die Vermarktung von Wild aus dem Biosphärengebiet. Die Jäger bedauerten außerdem, dass private Jäger in Bad Urach keinen Zugang zur Wildkammer des Forsts haben. "Schade, dass man Einrichtungen nicht nutzen darf, die von Steuermitteln erstellt wurden", so Simon. Unbefriedigend sei auch die Situation bezüglich der Trichinenschau. "Jede Sau in Deutschland muss auf Trichinen untersucht werden. Das dürfen nur bestimmte Veterinäre machen", so Simon.

Nur gebe es in Bad Urach leider niemanden, der das mache, und die Untersuchungsstellen in Hülben und Gächingen seinen nicht mehr vorhanden. Die Jäger dürfen zwar selbst Proben entnehmen, die sie dann aber auch selbst "nach Münsingen, Pliezhausen oder zum Schlachthof Metzingen bringen müssen."

Letztere Möglichkeit entfalle fast ganz, da die Öffnungszeiten des Schlachthofs nicht mit den Zeiten , in denen Wild falle, vereinbar sei, erklärte er. "Die Sau kommt halt nicht Montag morgen, sondern vielleicht Freitag oder Samstag."

Zwar stehe seit diesem Jahr auch ein Tierarzt aus Grafenberg zur Verfügung, "aber da fahren wir ja auch durch die Weltgeschichte", so Simon. Ziel müsse sein, einen Tierarzt in Bad Urach zu haben, der die Trichinenschau übernehme, bat er den Vertreter der Stadtverwaltung ebenfalls um Unterstützung.

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