Bad Urach Waldbauer aus Leidenschaft

Bad Urach / SWP 21.11.2013
Der ehemalige Forstdirektor Franz Schwarz ist verstorben. Morgen wird er auf dem Friedhof in Bad Urach zu Grabe getragen.

Hangschluchtwälder hatten es Franz Xaver Schwarz immer besonders angetan. Der ehemalige Forstamtsleiter war Waldbauer aus Leidenschaft. Am Montag ist Franz Schwarz nun im Alter von 81 Jahren in Bad Urach gestorben.

Als studierter Forstwirt beherrschte er vor allem die hohe Kunst des Waldbaus an steilen Hängen - dort wo jeder falsch herausgeschlagene Baum eine weithin sichtbare Lücke hinterlässt. Und als das Wort "Nachhaltigkeit" noch in keinem Lexikon auftauchte, hatte es Schwarz schon längst zu seiner Berufs- und Lebensmaxime gemacht. "Der Wald", so sagte er anlässlich seiner Verabschiedung 1997, "ist eine Lebensgemeinschaft und mir war es aufgegeben, ihn als einen Teil der Schöpfung zu pflegen".

Schwarz, der 1932 in Zwiefalten geboren wurde, begann seine Ausbildung 1952 an den Universitäten in München und Freiburg. Daran schloss sich eine dreijährige Referendariatszeit an, die ihn durch zehn Forstämter in ganz Baden-Württemberg führte. Nach weiteren neun Jahren als Amtsleiter in Schönmünzach bei Baiersbronn im Schwarzwald kam er 1976 nach Urach, um hier das Forstamt zu übernehmen. Diese Stelle hatte er dann fast 21 Jahre inne. Während dieser Zeit prägte und hegte der zwischenzeitlich zum Forstdirektor ernannte Schwarz das Wald- und Landschaftsbild wie nur wenige vor ihm. So ließ er zum Beispiel die beiden Kaltentalweiher anlegen, verhinderte eine Riesenrutsche den Tiergartenberg hinunter oder setzte sich dafür ein, bedrohte Felsen für übereifrige Kletterer zu sperren. Dass er sich damit nicht nur Freunde machte, nahm er gelassen hin: "Es ist meine Aufgabe, den Wald zu schützen und nicht meine Aufgabe, wenigen Leuten gefällig zu sein", wie er einmal in einem Interview bemerkte.

Franz Schwarz wird am Freitag, 22. November, um 14 Uhr auf dem Bad Uracher Friedhof beerdigt. Er hinterlässt eine Frau, einen Sohn und drei Töchter.