Neckartenzlingen Von den Schülern fürs Leben gelernt

Neckartenzlingen / Von Nadine Willmanns 13.07.2018

Stein, Holz, Glas gehören zu den Lieblingswörtern von Walter Korinek. Und spätestens nach seiner Verabschiedung als Schulleiter der Auwiesenschule am Donnerstagnachmittag ist das sonnenklar. Wann immer er Besucher in der Schule empfangen habe, habe er sie darauf aufmerksam gemacht: ,,Stein, Holz, uns Glas prägen die Atmosphäre.“ Die drei Elemente stehen für die Leitlinien der Auwiesenschule, so Korinek: stetiger Wissensaufbau, Schule als Lebensraum und das Glas als klare und doch transparente Grenze, die Forderung, Ordnung und Regeln einzuhalten.

Seinem Lehrerkollegium muss er das wohl auch mehr als einmal erklärt haben, denn die wurden nicht müde, auf Stein, Holz und Glas hinzuweisen, um daraufhin vor Lachen fast vom Stuhl zu fallen. Überhaupt sorgten die vielen Gastredner und die Moderatoren Tobias Brenner und Christian Kittel mit viel Humor dafür, dass es keinem – allen voran Korinek – nicht allzu schwer ums Herz wurde. Zumal die Auwiesenschule gleichzeitig ihre neue Schulleiterin, bisherige Konrektorin Sylvia Leis, neu im Amt der Schulleitung begrüßte.

Insgesamt 35 Jahre seiner 40-jährigen Zeit im Schulamt war Korinek Schulleiter, die letzten 15 an der Auwiesenschule.

,,Ich habe mein Tun immer als Dienst begriffen, als Dienen an der menschlichen Gemeinschaft“, so Korinek. In seinem Rektorat hänge ein Zitat von John F. Kennedy ,,Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage dich, was du für dein Land tun kannst.“

Der Beruf des Schulleiters zähle für ihn zu einem der schönsten Berufe überhaupt. ,,Es gibt wenig Tätigkeitsfelder, in denen man mit so unterschiedlichen Menschen zusammenkommt und in denen man so unterschiedliche Lebensbereiche kennenlernen darf“, so der scheidende Schulleiter.

,,Ein großer Dank geht auch an meine Schüler“, so Korinek. ,,Oft waren sie die Menschen, von denen ich unendlich viel vom Leben gelernt habe.“

Gratulanten – im Fall Korinek zum Ruhestand und im Fall Leis zum neuen Amt – haben sich am Donnerstag zahlreich in der Auwiesenschule eingefunden: Schulrätin Kathrin Cottmann vom Staatlichen Schulamt Nürtingen lobte Korineks ,,Freude und Identifikation mit dem Beruf“ und die sichtbaren Ergebnisse seiner Arbeit an der Auwiesenschule.

Neckartenzlingens Bürgermeisterin Melanie Gollert findet, der ,,Verfechter der Werkrealschule“ habe die Auwiesenschule ,,zu einer Vorzeigeschule entwickelt“. Gudrun Fahr von der Chorwerkstatt hatte nicht nur Dankesworte, sondern auch eine musikalische Einlage des Kinderchors ,Stimmbande‘ mit der Sing- und Swing-AG Auwiesenschule dabei. Bläserklasse, der Lehrerchor, Schulensemble und ein selbstgedrehter Film unterhielten die Gäste.

,Ich bin ja hinsichtlich der Aufnahme freundlicher Worte nahezu unbegrenzt belastbar“, freut sich Korinek. Da hat er Glück, denn es kamen noch viele mehr: Barbara Teufel-Krischke vom benachbarten Gymnasium blickte auf eine ,,fruchtbare Zusammenarbeit“ zurück – auch wenn sich so mancher Schüler ,,verhaltenskreativ“ zeigte.

Realschul-Kollege Lukas Grundler, Pfarrer Ulrich Kopp, Elternbeirätin Sabine Kraus, Schulfördervereins-Vorsitzender Johannes Kromer und Schülersprecher Deniz Sengüner wünschten ebenso alles Gute, wie Eleni Kaltsami vom Griechischen Elternverein, Helmuth Kern, Yvonne Nielitz vom Neckartenzlinger Musikverein, der Kirchheimer Schulleiter Werner Baur und die Schulamtsdirektorin Karin Bogen-Dittrich, die Sylvia Leis feierlich im neuen Amt begrüßte.

,Als du noch Kollegin warst, verging fast keine Konferenz, in der wir nicht in einen mehr oder weniger heftigen Disput über Sachfragen gerieten“, sagt Korinek schmunzelnd in Richtung Leis.

Gerade ihres ,,klaren Urteils“ und ihrer Konfliktfreudigkeit wegen, habe er sich gefreut, als Leis sich um sein Amt beworben hatte. ,,Ich genoss es sehr, als wir dann über die letzten beiden Jahre diese Schule gemeinsam leiteten.“ Nun ist es an Leis die Schule inmitten von Stein, Holz und Glas anzuführen.

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