Bad Urach Volkszählung im Baumbestand

Raffael Kratzer und Christian Gruss bei der Arbeit. Foto: Gudrun Schmied
Raffael Kratzer und Christian Gruss bei der Arbeit. Foto: Gudrun Schmied
Bad Urach / GUDRUN SCHMIED 09.11.2012
Zwei Personen mit einer gelben Antenne im Rucksack, die sich für alle Bäume im Stadtgebiet interessierten, erregen zurzeit Aufmerksamkeit. Grund für die Aktion war die Erstellung eines Baumkatasters.

Bad Urach ist eine baumreiche Stadt, was sich im Stadtbild und im Mikroklima angenehm bemerkbar macht.

Von Bäumen, vor allem von den großen Exemplaren, kann aber auch Gefahr ausgehen. Umstürzende Bäume oder herab fallende Äste können Menschen verletzen. Um dieser Gefahr vorzubeugen, müssen die Gemeinden für die Verkehrssicherheit ihrer Stadtbäume sorgen.

Bisher, erklärt Stadtgärtner Walter Kugele, hat man die Bäume in schriftlicher Form registriert und natürlich auch regelmäßig überprüft. Mit der Erstellung eines Baumkatasters durch die Mitarbeiter der Firma Arbus wird diese Kontrolle deutlich erleichtert.

Raffael Kratzer und Christian Gruss von Arbus haben sämtliche Bäume im Stadtgebiet und in den Teilorten erfasst. Und das sind nicht wenige. An die 4000 Bäume stehen im Stadtgebiet und den Teilorten, davon rund 300 im Kurpark und etwa 100 auf dem Stadtfriedhof. Bad Urach sei "sehr baumreich, also eine grüne Stadt" erklären die Fachleute.

Neben Art, Standort in Form der GPS-Daten, Höhe, Kronen- und Stammdurchmesser und Wurzelzustand werden vor allem Schäden aufgenommen und nötige Maßnahmen festgelegt. So entsteht, nach rund sechswöchiger Katalogisierung, der Baumkataster, der für jeden Baum eine Empfehlung der Fachleute enthält. Neben dem aktuellen Zustand und eventuell nötigen Pflegemaßnahmen, wird ein Kontrollintervall festgelegt, das von sechs Monaten bis zu drei Jahren reichen kann.

Die städtischen Mitarbeiter haben in Zukunft ein digitales Gerät zur Verfügung, wenn sie die Bäume kontrollieren, in dem die Daten aller Bäume abgerufen werden können und die durchgeführten Maßnahmen registriert werden.

Rund ein Prozent aller Bäume erscheinen den zertifizierten Baumkontrolleuren zu unsicher und werden mit weitergehenden Maßnahmen genauer untersucht. Dabei, bedauert Kugele, ist manchmal die Fällung eines Naturdenkmals nicht zu vermeiden.

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