Für einen Abend lang war das kleine Dettingen kürzlich der Nabel der Raumgestalter-Szene. Ein Mekka für Inneneinrichter, in jeden Fall aber ein Hotspot für Kreative. Der Anlass: Eine Geburtstagsfeier im Industriegebiet, die einer besonderen Fusion huldigte. Vor ziemlich genau 20 Jahren schlossen sich gut 30 innovative Köpfe aus der Branche der Maler und Farbgestalter zusammen, um Trends aufzuspüren und ihr Handwerk mit visionären Ideen nach vorne zu bringen.

Gemeint ist der Farbrat – eine Wertegemeinschaft aus Meisterbetrieben und Handwerkern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Dettinger ist nicht nur Mitgründer der inzwischen renommierten Designer-Gemeinschaft. Ein Dettinger steht ihr derzeit sogar vor. Die Rede ist von Wolfram Beck, Malermeister, Unternehmer, passionierter Raumgestalter.

In Becks puristischem Showroom ist das Jubiläum des Farbrates gefeiert worden. Und klar, dass nicht nur Raumgestalter aus den Mitgliedsbetrieben im ganzen deutschsprachigen Raum zugegen waren – sondern auch hochrangige Vertreter aus den Partnerbetrieben in der Industrie.

Eine Dependance in Stuttgart

Für Wolfram Beck ist ein solcher Auftrieb inzwischen nichts Neues mehr. Vor gut 30 Jahren hat er selbst den Beruf des Malers gelernt, später den elterlichen Betrieb übernommen und neben der Dettinger Firma noch eine Dependance in Stuttgart aufgebaut. Er sattelte diverse Zusatzqualifikationen auf, ist heute Chef von 25 Mitarbeitern.

Vor allem aber ist Wolfram Beck eines: Gestaltungs-Enthusiast durch und durch. Stundenlang kann er über schöne Wände und edle Strukturen reden.

Seit fast 25 Jahren beschäftigt sich Beck mit Farben und Materialien. Er suchte früh nach den Alternativen zur industriellen Wandgestaltung. Die Zeiten, da Wohnungen und Innenräume „nur“ Anstriche verpasst bekamen und höchstens die Farbe entscheidend war, sind für ihn und seine Mitstreiter lange vorbei. So präsentierte der 51-Jährige schon vor Jahren Weißpigmente mit Jurastein aus dem Ermstal auf einer Messe in Hannover.

Jedes Jahr ein neues Produkt

Die Gleichgesinnten aus den Reihen des Farbrates sind da willkommene Partner. Untereinander stehen die Kreativen in ständigem Austausch. Dreimal im Jahr treffen sich die Raumgestalter, um neue Ideen zu entwickeln, neue Produkte zu lancieren.

Das Ergebnis ist jeweils die „Wand des Jahres“, eine (Wohn)-Fläche zu einem bestimmten Thema mit einer bestimmten Struktur. Ob Beton, Metall, Java, Gravur oder Weißkultur.

Jüngstes Kind ist die „Wand 19“ Dahinter stehen verschiedene in zeitlos-metallene Nuancen gehaltene Oberflächen. Die neue Wand ist derzeit im Showroom von Wolfram Beck zu sehen.

Die Fachwelt wartet gespannt

Von der Fachwelt werden die Entwicklungen des Farbrates inzwischen mit Spannung erwartet. Die Mitglieder gehören zu den vielbeachteten Handwerkern in Deutschland. Ihr Blick auf das Zusammenspiel von Farben, Licht und Materialien, unter anderem inspiriert von der Bauhaus-Lehre, macht Schule. Mittlerweile sind die Farbrat-Konzepte sogar in der Möbelindustrie gefragt, erzählt Beck. „Auch hier gilt heute: Je individueller, desto besser.“

Die Sehnsucht nach Schönem wächst

Das betrifft auch private Kunden. Die Sehnsucht nach Schönem

wächst beim Verbraucher, hochwertige Materialien seien im Trend. Gerade in Zeiten von Instagram und Co. „Die Leute sehen im Internet etwas Ansprechendes und wünschen sich das – umgesetzt für ihr eigenes Zuhause.“

Dann ist wiederum der Raumgestalter gefragt: „Ohne persönliche Beratung geht nichts“, sagt der Dettinger. Ein guter Maler muss für den Unternehmer auch ein guter Kommunikator sein. Und einer, der Handwerkskunst hochhält und Farbe wertschätzt. Auch darüber will Wolfram Beck mit seinem Farbrat wachen.

19


Die Wand 19 ist das jüngste kreative Produkt des Farbrates, Oberflächen in Metallnuancen. Zu sehen ist sie derzeit im Showroom von Wolfram Beck in Dettingen.