Dettingen Uniplast wechselt den Besitzer

Von der erfolgreichen Sanierung hin zum Verkauf: Uniplast wird ab Mai fremdgeführt.
Von der erfolgreichen Sanierung hin zum Verkauf: Uniplast wird ab Mai fremdgeführt. © Foto: Archiv/Uniplast
Dettingen / swp 23.04.2018
Die Knauer-Gruppe wird von einer Industrieholding Gesellschaft übernommen. Im Mai sollen die Verträge abgeschlossen sein.

Das Dettinger Unternehmen Uniplast ist verkauft worden: Die Blue Cap AG, eine börsennotierte Unternehmungsgruppe mit Sitz in München, hat, laut Pressemitteilung, die Knauer Holding und deren Tochtergesellschaften übernommen. Das betrifft die Werke in Dettingen, wo auch der Hauptsitz ist, und Bad Laasphe (Nordrhein-Westfalen), erklärt Pressesprecher Peter Caspar Hamel. Das Unternehmen wurde in den vergangenen Jahren restrukturiert und ist in einem guten Zustand, so Hamel weiter. Daher ist durch den Eigentümerwechsel zunächst nicht mit personellen Veränderungen, wie etwa Kündigungen, zu rechnen.

Der Einstieg von Blue Cap soll den in unruhige Fahrwasser geratenen Becherspezialisten wieder auf Kurs bringen. Die Knauer-Gruppe mit der Kerngesellschaft Uniplast, ist ein führendes Unternehmen, das dünnwandige Kunststoffverpackungen für Molkereiprodukte herstellt. Im vergangenen Jahr hat die Firma einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro erzielt. Mit etwa 400 Mitarbeitern werden an zwei Standorten Verpackungen im Spritzgieß- und Thermoformverfahren produziert.

Blue Cap hingegen gilt als langfristig orientierter Anleger, der in mittelständische und produzierende Unternehmen investiert und diese weiterentwickelt. Für Uniplast heißt das, zur Aktiengesellschaft zu gehören, aber dennoch innerhalb der Gruppe eigenständig zu sein, erklärt Hamel. Dr. Hannspeter Schubert, Vorstand der Blue Cap, kommentiert die Übernahme der Dettinger Firma wie folgt: „Knauer/Uniplast besitzt eine sehr gute Marktposition speziell bei Verpackungen für Molkereiprodukte. Wir wollen das Unternehmen dabei unterstützen, die hervorragenden Kundenbeziehungen in der Lebensmittelindustrie weiter zu stärken sowie den Wachstumskurs fortzusetzen.“

Von Seiten der Knauer-Uniplast-Geschäftsführer heißt es indessen: „Für unser Unternehmen ergeben sich mit dem Einstieg von Blue Cap neue Entwicklungsmöglichkeiten und damit die Chance, andere Marktsegmente in der Verpackungsindustrie, auch außerhalb der angestammten Märkte, für uns zu erschließen“, erklären Christoph Riess und Andreas Doster. Das Dettinger Unternehmen ist zudem in den vergangenen Jahren erfolgreich saniert worden (wir berichteten).

Familie Knauer hat ihre Anteile an die Münchener Unternehmensgruppe abgegeben. Mit dem Eintritt von Blue Cap wird Uniplast-Knauer neu finanziert und die Kapitalkraft entscheidend gestärkt, heißt es in der Pressemitteilung. Mit dem Closing, also dem erfolgreichen Abschluss, ist der Becherspezialist Teil Unternehmensgruppe und wird von dieser kontrolliert. Der endgültige Vertragsabschluss zwischen der Knauer und Blue Cap wird Anfang Mai erwartet. 

Die Knauer-Gruppe in Zahlen und Fakten

Die Dettinger Knauer-Group beschäftigt momentan rund 400 Mitarbeiter. Im Jahr 1928 gegründet, hatte sich das einstige Familienunternehmen zunächst auf Kartonagen spezialisiert.
Uniplast spaltete sich 1968 ab und stellte dann überwiegend Pappbecher her. Heute produziert die Firma nach Unternehmensangaben rund drei Milliarden Becher und Deckel pro Jahr.

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