Dettingen Uniplast-Areal: Jetzt wird gebaut

Dettingen / Christina Hölz 12.01.2018

Ein ganzer Ort hielt den Atem an, als im Mai 2016 das denkmalgeschützte Langhaus auf dem Dettinger Uniplast-Areal in Flammen aufging. Feuer und Löschwasser setzten dem Dachstuhl so zu, dass die Balken regelrecht zusammenbrachen. Schon damals wollten die neuen Eigentümer des einstigen Industriegeländes gerade mit dem Vertrieb der Neubauwohnungen starten, die sie dort planen. Doch stattdessen musste der Bauträger rasch handeln: Das beim Brand zerstörte Langhaus benötigte dringend ein Notdach. Sonst hätten Regen und Witterung dem historisch wertvollen Ensemble zugesetzt.

Das ist nur ein Kapitel in der wechselvollen Geschichte des ehemaligen Uniplast-Geländes in der Fabrikstraße, von vielen Einheimischen auch Eisenlohr-Areal genannt. Denn es waren die Dettinger Weber, die die Gründerzeitbauten einst errichtet hatten. Und lange bevor der letzte dort produzierende Betrieb, eben Uniplast, das Gelände 2014 verkaufte, gab es Pläne: Aus den markanten Backstein-Bauten sollte ein moderner Wohnpark werden. Ein Neubau-Areal mit dem Charme alter Industriekultur, mitten im Dettinger Ortskern. Nur: Wann es losgeht mit dem Umbau des städtebaulich bedeutsamen Geländes an der Erms, das haben sich nicht nur viele Anlieger immer wieder gefragt.

Nun tut sich wohl etwas: Bauträger und Projektentwickler haben angekündigt, spätestens Anfang Februar mit den Arbeiten auf dem Uniplast-Areal zu starten. Das bestätigte ein Sprecher der zuständigen Leonberger Doma GmbH gestern auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE.

Der Zeitpunkt ist wohl reif, denn über mangelndes Interesse an den geplanten Appartements können sich die Investoren nicht beklagen: Ein Großteil der Wohnungen sei verkauft, heißt es, die Nachfrage sei enorm. Wie berichtet, planen die Verantwortlichen auf dem Uniplast-Gelände 67 Wohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 200 Quadratmeter. Alles dabei, von der Singlewohnung bis zum Penthouse.

Die Planer wollen einen Großteil der Wohnungen im imposanten Langhaus im vorderen Bereich sowie in der anschließenden Shedhalle unterbringen. Das Langhaus soll dabei (wie im Bestand) mit drei Vollgeschossen erhalten bleiben und Platz für 54 Wohneinheiten bieten, darunter Maisonetten.

Aufgestockt wird im Neubau die bislang eingeschossige Shedhalle, und zwar um eine Etage. In der Halle entstehen zwölf Wohneinheiten, die im Erdgeschoss mit Lichthöfen ausgestattet werden. Geplant ist ferner eine unterirdische Tiefgarage mit 44 Stellplätzen.

Zum Bauzeitplan: Möglicherweise schon Ende Januar wollen die Verantwortlichen mit dem Abbruch nicht mehr benötigter Gebäudeteile und alter Garagen beginnen, was allein zwei bis drei Monate dauern wird. Anschließend werden denkmalgeschützte Elemente freigelegt, und schließlich sanieren Experten die historischen Ensembles. Die Investoren rechnen mit einer Bauzeit von gut zwei Jahren.

Gearbeitet wird in engem Schulterschluss mit den Fachleuten des Denkmalamtes und der Gemeindeverwaltung Dettingen, betont der dortige Ortsbaumeister Farag Khodary. Das Filetstück an der Fabrikstraße ist nicht nur historisch sensibel – es ist auch Teil der Ortskernsanierung in Dettingen.

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Wohnungen plant der Bauträger im sanierten Dettinger Uniplast-Areal in der Fabrikstraße. Nach Angaben der Investoren steht der Baubeginn unmittelbar bevor.

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