Zufrieden blicken die Mitglieder der grünen Gemeinderatsliste für Bad Urach in die Runde: "Mit diesem Programm sind wir gut aufgestellt. Für interessante Gespräche am Info-Stand auf dem Marktplatz sind wir bestens gerüstet. Bad Urach muss nicht nur im Grünen liegen, sondern auch grün sein." Mit diesem Resümee fasst Stadtrat Marcus Vogel eine lebhafte Programmdiskussion zusammen. Dort wurden vor kurzem die Ziele der Grünen für die kommende Wahlperiode des Gemeinderats festgelegt.

Große Einigkeit bestand bei allen Kandidaten darüber, dass Bad Urach eine kreativere Wirtschaftspolitik braucht. So dürfe neben einer beherzten Wirtschaftsförderung auch eine gezielte Unterstützung von Existenzgründern nicht fehlen. Für die nötige Nachfrage könnten auch Touristen sorgen. Die vielen Tagestouristen am Uracher Wasserfall sollen mit einem kostenlosen Bahn-Ticket in die Uracher Innenstadt gelockt werden.

Negative Folgen des "Elsach-Centers" müssen für die Betroffenen so gut wie möglich abgemildert werden: Mit großer Sorge sehen die Grünen den Abfluss von Kaufkraft aus den Geschäften der Innenstadt hin zu den beiden neuen Einkaufszentren sowie eine neue Verkehrsachse über die Pfählerstraße und die Stuttgarter Straße. Überhaupt wird die Verkehrspolitik auch in der Zukunft die Arbeit im Gemeinderat wesentlich prägen - den Bürgern der Stadt ist schließlich der Lärm, Luftverschmutzung und der zunehmende Verkehr allgegenwärtig. Begeistert konnte der Verkehrsexperte Frieder Zürcher von einem Smartphone-gesteuerten Verkehrsmanagement-System berichten: Solche kreativen Konzepte wollen die Grünen weiterhin anstoßen und begleiten.

Die heftigen Diskussionen über einen möglichen Schulverbund in Bad Urach haben selbstverständlich auch vor den Grünen nicht Halt gemacht. Dabei wollen die Kandidaten zunächst die Ergebnisse des Sachverständigen abwarten und dann mit kühlem Kopf entscheiden. Es bestand jedoch große Einigkeit darüber, dass Bad Urach ein Schulstandort für alle bleiben muss, bei dem keine Schülergruppierung ausgegrenzt werden darf.

Bei den öffentlichen Gebäuden der Stadt sehen die Grünen einen großen Nachholbedarf: Ein Klimaschutzkonzept soll alle öffentlichen Gebäude auf Einsparpotenziale hin überprüfen, so dass gezielte Investitionsentscheidungen in Hinblick auf eine neue Heiztechnik oder Wärmedämmmaßnahmen getroffen werden können. Auch der Rückkauf des Stromnetzes durch die Stadt muss in den nächsten Jahren geprüft werden.

Wie schon in der vergangenen Wahlperiode wollen Bündnis 90/Die Grünen die Entscheidungen des Gemeinderats transparent machen: Nichtöffentliche Sitzungen der Fraktionsvorsitzenden, in denen wesentliche Inhalte der Gemeinderatsbeschlüsse bereits angebahnt werden, sind nicht der Stil der Grünen. Ebenso wenig wie anonym geäußerte Aussagen aus den Reihen des Gemeinderats gegenüber der Presse. Vielmehr sollen alle Entscheidungsprozesse offen diskutiert werden. Im Mitteilungsblatt "Der Uracher" sollen die Gemeinderatsfraktionen in einem kommunalpolitischen Forum ihre Sicht auf Gemeinderatssitzungen und deren Themen vermitteln können. Durch eine gelebte politische Kultur sollen die Bürger animiert werden, sich aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Dies schließt mit ein, dass die Bildung eines Jugendgemeinderats unterstützt werden soll.