Grafenberg Thomas Vorwerk tritt als Revierförster zurück

Thomas Vorwerk arbeitet nun im Forstrevier Reutlingen, seine Stelle als Revierleiter in Grafenberg hat er aufgegeben.
Thomas Vorwerk arbeitet nun im Forstrevier Reutlingen, seine Stelle als Revierleiter in Grafenberg hat er aufgegeben. © Foto: Anne Laaß
Grafenberg / Anne Laaß 01.09.2018
29 Jahre lang ist er in der Gemeinde gewesen. Die anstehende Reform brachte Vorwerk dazu, sich ein anderes Forstgebiet zu suchen.

Es ist wohl schon immer eine gewisse Leidenschaft für die Natur gewesen, die Thomas Vorwerk angetrieben hat. Und genau diese brachte ihn auch dazu, nach 29 Jahren seine Stelle als Revierförster der Gemeinde Grafenberg aufzugeben. Angetreten hatte er diese am 1. Januar 1989. Im selben Jahr gab es für den frischgebackenen Revierförster bereits die erste Reform.

Augenprinzip fiel weg

Zu Beginn habe er in den Wintermonaten noch acht Mitarbeiter gehabt, im Sommer vier und dann war er allein zuständig. Dabei erweiterte sich sein Gebiet von 709 Hektar auf zeitweise 1540. „Man hat einfach weniger Zeit für den Wald“, erklärt der Förster. Ganz abgesehen davon, dass es mehr als 40 Arbeitsstunden pro Woche waren, „fiel auch das Augenprinzip weg“. Man habe nicht mehr selbst entscheiden dürfen, sondern es wurde alles angewiesen. 2005 gab es die nächste Reform. Sie sollte die Verwaltungsstrukturen modernisieren. Das sei auch der Grund, warum er sich nach knapp 30 Jahren als Revierförster aus Grafenberg zurückzieht. Zudem besteht das Risiko, dass durch diese Neueinteilung das Revier wegfallen könnte. Eine Vorstellung, mit der Vorwerk wenig anfangen kann und will.

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Anstalt des öffentlichen Rechts bald zuständig

Die Reform der Forstverwaltung, die ab 2020 umgesetzt werden soll, beinhaltet auch die Gründung einer AöR, einer Anstalt öffentlichen Rechts für den Staatswald. Die Bewirtschaftung dieses Waldes wird vollständig von der AöR übernommen. Neben den betrieblichen Aufgaben stehen dann auch weitere an. Darunter fallen laut Angaben des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg unter anderem: Forsteinrichtung und forstliches Geodatenmanagement, Bildung für nachhaltige Entwicklung, insbesondere im Bereich der Waldpädagogik, forstfachliche Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Umsetzung des Waldnaturschutzes.

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