Weihnachtsaktion Tag und Nacht einsatzbereit

Immer im Einsatz für ihre Nächsten: Die Helfer vor Ort.
Immer im Einsatz für ihre Nächsten: Die Helfer vor Ort. © Foto: Thomas Kiehl
Von Anja Weiß 26.12.2017

Es ist ein schöner Sommertag, die Familie sitzt zum Grillen im Garten, das große Kind tobt herum, der Säugling liegt in seinem Maxicosi. Plötzlich stößt der Ältere gegen eine Holzfigur, sie gerät ins Wanken und fällt auf das Baby. Es erleidet einen Schädelbruch. Die Helfer vor Ort des DRK sind binnen Minuten zur Stelle und versorgen das Kind bis der Krankenwagen eintrifft und es nach Tübingen in die Klinik gefahren wird. Fälle wie diesen erleben die Einsatzkräfte vom DRK immer wieder. In diesem Fall gab es zum Glück ein gutes Ende: „Dank der schnellen Hilfe hat das Kind ohne bleibende Schäden überlebt“, sagt Fritz Schaich, Vorsitzender der Dettinger Ortsgruppe.

Bereits 247 Einsätze

Dieses Jahr sind die Dettinger Helfer vor Ort oder „First Responder“, wie sie auch genannt werden, schon 247 Mal ausgerückt. Sie tun es komplett ehrenamtlich, also ohne jegliche Bezahlung und in ihrer Freizeit. Tag und Nacht müssen sie verfügbar sein, das Team besteht aus fünf Helfern, und sie achten darauf, dass sie wenn möglich zu zweit unterwegs sind. Denn nie weiß man im Vorfeld genau,  was auf einen zukommt, und manchmal kommt es auch zu heiklen Situationen. Und natürlich müssen sie einiges wegstecken können.  Rasenmäherunfälle habe es in diesem Jahr öfters gegeben, erzählt Fritz Schaich, und immer wieder werden sie auch zu lebensbedrohenden Situationen gerufen, wie zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Dann gilt es, schnell zu sein, und richtig zu reagieren, um Menschenleben zu retten.

Als die Helfer vor Ort vor mehr als zehn Jahren gestartet sind, betrug die Zahl der Einsätze noch 20, das hat sich stetig gesteigert, denn immer wenn absehbar ist, dass sie schneller sind als der Krankenwagen, werden sie gerufen. Auch wenn Gefahr im Verzug ist, sind sie zur Stelle.  So hatten sie einen Einsatz bei einem Mann, der psychisch labil ist, außerdem war er alkoholisiert. Er hatte sich im Haus verschanzt, Polizei und Feuerwehr  mussten sich Zugang verschaffen. Als die Rettungskräfte im Haus waren,  griff er sie an, wollte verhindern, dass sie ihn mitnahmen, denn er wollte sich umbringen und hatte Terpentin getrunken. „In dem Zimmer hat es gerochen als sei frisch gestrichen worden“, so Schaich. „Das sind Erlebnisse, die man macht, und die man dann auch erst einmal verarbeiten muss.“ Helfer, die länger dabei sind, kommen mit solchen Situationen leichter klar. Doch die, die neu dabei sind, brauchen dann die Gelegenheit sich auszusprechen. Dafür stehen im Anschluss die Kollegen gerne zur Verfügung.

Die Einsätze der Helfer vor Ort sind wichtig und oft lebensrettend, aber es ist längst nicht alles, was das DRK leistet, wie Fritz Schaich betont. So gibt es Kleidersammlungen, es werden Erste-Hilfe-Kurse oder spezielle Schulungen, etwa für Sporttrainer, angeboten und natürlich die Hilfe bei Großveranstaltungen. Stolz sind die Dettinger auf ihre Nachwuchsgruppe, das Jugendrotkreuz hat 15 Mitglieder. Auch Blutspendeaktionen werden regelmäßig angeboten. „Blutspender sind Lebensretter“, betont Schaich, denn trotz aller Fortschritte in der Medizin kann Blut immer noch nicht künstlich hergestellt werden, und darum sind Unfallopfer, aber auch Schwerkranke, dringend darauf angewiesen.

Allerdings sinkt die Spendenbereitschaft kontinuierlich, wie Schaich bedauert: Waren es früher 300 Spender, die pro Termin kamen, sind es heute noch 150. Auch sonst nehme die Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft ab, und auch Rettungskräfte müssen sich während ihrer Einsätze immer mehr Unverschämtheiten anhören. Umso höher ist ihr Einsatz im Dienst der Allgemeinheit zu würdigen. Und das nicht nur mit lobenden Worten, sondern auch mit Spenden, auf die das DRK natürlich angewiesen ist.

In Dettingen beispielsweise wird ein neuer Rettungsrucksack für die Helfer vor Ort benötigt. Der kostet mit 3500 Euro relativ viel, denn in ihm ist alles, was man für die schnelle Hilfe benötigt, wie Schaich erklärt: etwa ein Defibrillator, ein Blutzuckermessgerät, Sauerstoff, ein Beatmungsbeutel, ein Pulsoximeter und ein gelartiger Tubus.

Außerdem sind einige Melder kaputt, die Dettinger Ortsgruppe sollte sich fünf neue anschaffen, die zusammen etwa 1500 Euro kosten werden. Also ist klar: Die Spenden für die Aktion unserer Zeitung sind bei den Ortsgruppen des DRK in den richtigen Händen und gut angelegt – schließlich geht es um die Sicherheit von uns allen.

Weihnachtsaktion „Die gute Tat“

Liebe Leser, Dank Ihrer Spenden konnten das Metzinger-Uracher-Volksblatt/Der Ermstalbote, die Reutlinger Nachrichten und der Alb Bote in den vergangenen Jahren viele soziale Projekte oder Einrichtungen in unserer Region unterstützen. Das WIM-Haus etwa, die Diakonische Bezirksstelle, das Ferientagheim in Metzingen, die Tafelläden in Metzingen, Bad Urach und Münsingen, die Matizzo-Stiftung sowie die Afrika-Hilfe des Kirchenbezirks Bad Urach/Münsingen konnten schon mit Ihren Spenden bedacht werden. Im Vorjahr war es der Kinderschutzbund.

In diesem Jahr ist das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Ortsgruppen im Landkreis Reutlingen an der Reihe.

Spenden für die  Weihnachtsaktion „Die gute Tat“ richten Sie bitte an Georg Hauser GmbH & Co.KG unter dem Stichwort „Weihnachtsaktion“ an die Volksbank Metzingen-Bad Urach, IBAN: DE 03 6409 1200 0233 4340 03, oder an die Kreissparkasse Reutlingen, IBAN: DE 33 6405 0000 0000 900 5 40.

Eine Spendenbescheinigung wird nach Ende der Aktion ausgestellt. Dazu muss bei der Spende oder Überweisung unbedingt die vollständige Adresse des Spenders angegeben werden. Dies gilt auch für kleinere Spenden.