Stellungnahme des Gemeinderates

REG 07.11.2013

Der Gemeinderat billigte am Dienstag einmütig, für detaillierte Planungen in Sachen Hochwasserschutz 30 000 Euro in den Haushaltsplan 2014 einzustellen. Dabei soll auch der Hochwasserschutz in Seeburg in den Blick genommen werden, was Ortsvorsteherin Uthe Scheckel nachdrücklich gefordert hat: "Wir brauchen ein Konzept schon an der Quelle."Zumal es gerade in Seeburg viele Brücken gebe, die immer wieder Probleme bereiteten.

Stadtrat Werner Grad bekannte, ein Freund von Überschwemmungsgebieten zu sein. Deswegen befürwortete er Rückhaltebecken nicht nur im Kaltental, sondern auch im Ermstal. Damit könne die Stadt viel Geld sparen, denn Brücken zu ersetzen, sei teuer: "Da kämen riesige Kosten auf uns zu." Mit dem bloßen Ausbaggern der Erms vergrößere die Stadt die Probleme flussabwärts in Metzingen, Bempflingen und Neckartenzlingen.

Walter Vatter hingegen betonte, er halte es nicht für möglich, im Ermstal genügend Staumöglichkeiten zu schaffen und betonte: "Dass die Elsach ein giftiger Bach ist, wissen die alten Uracher."

Horst Vöhringer hält es für sinnvoll, dauerhaft vier bis fünf Rohre am Fischbachstollen zu installieren, die einen Teil des Hochwassers um den Stollen herumführen. Schließlich sei es für die Feuerwehr im Juni extrem gefährlich gewesen, den Wassermassen mit Hilfe schnell verlegter Schläuche Herr zu werden. Bezüglich der alten Tuffsteinbrücke am Seilerweg sowie möglicher Rückhaltebecken im Kaltental müssen nach Vöhringers Meinung Denkmal- und Umweltschutz "ein Stück weit zurückstehen", weil der Stadt der Schutz ihrer Bürger und deren Eigentum wichtiger seien. Diesbezüglich sollten die Verantwortlichen an den entsprechenden Stellen mit dem nötigen Nachdruck vorstellig werden. Gleichzeitig mahnte Vöhringer an, bei der Umgestaltung des Grünen Herz den Hochwasserschutz nicht zu vernachlässigen.

Gerhard Steinhart sprach von einem mutigen Schritt, die Garage an der Klostermühle abreißen zu wollen. Außerdem erinnerte er daran, dass die Stadt die Gewässer früher an markanten Stellen im Abstand von zwei bis drei Jahren ausbaggern ließ: "Das habe ich die letzten Jahre vermisst." Die Bachpflege sei vernachlässigt worden. Gleichzeitig wollte Steinhart wissen, wo die Stadt mit dem Hochwasserschutz beginnen wolle, was vorgesehen sei und über welches Gebiet gesprochen werde.

Wie Tiefbauamtsleiter Andreas Streble erklärte, arbeitet man sich beim Hochwasserschutz flussaufwärts vor. Um ausreichend Tiefe und Abfluss zu erhalten, müsse gegen die Fließrichtung ausgebaggert und aufgeweitet werden. Diese Reihenfolge verhindere, dass ein Nadelöhr entstehe.

Auf die Frage von Marlene Eggert, welche Kosten auf die Stadt zukämen, wenn die Empfehlungen aus dem bereits vorliegenden Gutachten umgesetzt würden, konnten die Fachleute noch keine Antwort geben. Dafür, so Martin Seckel-Schmidt vom Ingenieurbüro Fritz, sei die Datenbasis noch zu dünn. Beispielsweise sei erst zu klären, ob Brücken abgerissen werden müssen.

Eine gute Nachricht in Sachen Finanzen gab es dann aber doch: Wenn die Stadt die Ökologie der Gewässer verbessert, gibt es wohl pauschal Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent der dafür anfallenden Kosten.

Stadt schützt sich vor Hochwasser
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