Bad Urach Serienmörder am Wasserfall

Uschi Kurz schrieb ihren Krimi in vier Wochen. Foto: Dorothee Scheurer
Uschi Kurz schrieb ihren Krimi in vier Wochen. Foto: Dorothee Scheurer
Bad Urach / DOROTHEE SCHEURER 07.03.2012
Zum Glück ist alles nur Fiktion: "Der Totenschöpfer" heißt der Krimi von Uschi Kurz, den sie in der Buchhandlung am Markt vorstellte. Also nur wenige hundert Meter entfernt vom Schauplatz des Verbrechens.

Als Telefonberater eines Versandhauses lernt Patrick ONeill sein späteres Opfer Flore aus Bad Urach kennen. Der Serienmörder recherchiert über die Kurstadt im Internet. Diese Passage liest Uschi Kurz vor: "Wider Erwarten besaß Bad Urach eine ansehnliche Homepage".

Spontanes Gelächter bei den Zuhörern. Doch es geht noch weiter. ONeill reist mit dem Zug nach Metzingen und mit dem Taxi weiter nach Bad Urach. Der schwäbische Taxifahrer preist seinem Fahrgast die Schönheiten der Kurstadt an. Er zeigt auf die Burgruine Hohenurach. "Den solltet Se unbedengt besuchen ond unsren schenen Wasserfall auch".

Von einer Bausünde am Ortseingang ist die Rede, aber auch von Filmarbeiten auf dem Marktplatz. Der Serienmörder mietet sich eine Ferienwohnung in Bad Urach. Sie liegt in der gleichen Appartementanlage wie die seines späteren Opfer Flore. Flore soll sein "Schneewittchen werden, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz und rot wie Blut". Das Vorgehen des Serienmörders ist immer gleich. Zuerst betäubt er die Opfer mit einem kleinen südamerikanischen Giftpfeil. Er richtet sie mit entsprechender Schminke und Kleidung ästhetisch zurecht. Für jedes Opfer entwirft er das "finale Kostüm". Er fotografiert sie und spritzt sie mit Gift nach und nach zu Tode.

Patrick ONeill ist modebegeistert, schon immer wollte er deshalb einmal nach Metzingen fahren, um dort einzukaufen. Die Gelegenheit ist günstig. Er sucht in der Modemetropole nach dem idealen Kleid für sein "Schneewittchen". Als er nichts Passendes findet, fährt er weiter nach Reutlingen. In einem Brautgeschäft in der Kaiserpassage stößt er auf das passende Kleid.

Nach der Tat wird der "Schönheits-Fanatiker" von dem Stuttgarter Hauptkommissar Konstantin Marks, dessen Team und der Tübinger Gerichtsmedizinerin Katharina Zimmermann durch die ganze Republik gejagt. Am Ende gerät Zimmermann jedoch selbst in das Visier des Verbrechers und in tödliche Gefahr.

Der erste Teil der Lesung mit dem regionalen Bezug zu Bad Urach hat den Zuhörern am besten gefallen. Immer wieder wurde laut gelacht und geschmunzelt. Die regionalen Gegebenheiten werden von Uschi Kurz detailliert beschrieben: Restaurants, Geschäfte, Häuser, Sehenswürdigkeiten. Grundlage für den ersten Krimi von Uschi Kurz war eine Kurzgeschichte. Die Journalistin des Schwäbischen Tagblatts nahm an einem Schreibwettbewerb des Piperverlags teil und kam unter die besten zehn. Dort gab man ihr auch den Tipp, die Geschichte weiterzuverfolgen. Sie beschloss, daraus ein Buch zu machen. Nach dem das grobe Gerüst stand, hat sie innerhalb von vier Wochen die 314 Seiten starke Geschichte heruntergeschrieben. Das nächste Buch ist bereits in Planung. Wieder wird der Stuttgarter Hauptkommissar Konstantin Marks einen Fall lösen.