Bad Urach Sechs verletzte Schüler bei Brandübung

Geschwister-Scholl-Realschule Bad Urach
Geschwister-Scholl-Realschule Bad Urach © Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / swp 16.04.2018

Im Rahmen einer Brandschutzerziehung, die die Freiwillige Feuerwehr Bad Urach an der Geschwister-Scholl-Realschule (GSR) im Unterricht durchgeführt hat, sind am Montagmittag, gegen 12.15 Uhr, fünf Schülerinnen und ein Schüler der fünften Klasse verletzt worden.

Die Kinder sollten erfahren, wie brennende Flüssigkeiten gelöscht werden können. Hierzu wurde offenbar im Hofraum der Schule mehrmals Spiritus in einem Topf angezündet und jeweils durch Abdecken der Flammen erstickt. Hierbei kam es aus noch ungeklärter Ursache zu einer Stichflamme. Dies führte dazu, dass die Oberbekleidung einer in der Nähe stehenden Zehnjährigen Feuer fing.

In Klinik geflogen

Mit Brandverletzungen noch unbekannter Schwere wurde das ansprechbare Mädchen mit einem Rettungshubschrauber in eine Stuttgarter Klinik geflogen. Zwei weitere, gleichaltrige Schülerinnen wurden vom Rettungsdienst mit Rettungswagen zur Untersuchung und Behandlung in eine Klinik gebracht. Zwei leicht verletzte Mädchen und ein ebenfalls leicht verletzter Junge konnten nach Versorgung vor Ort den Eltern überstellt werden. Die Schüler wurden nach dem Vorfall von der Lehrerschaft und, ebenso wie die Feuerwehrleute, von Notfallnachsorgeteams betreut.

 Die Spezialisten des Arbeitsbereichs Gewerbe/Umwelt des Polizeipräsidiums Reutlingen haben die Ermittlungen zum genauen Hergang des Unglücks und zur möglichen strafrechtlichen Verantwortung aufgenommen.

Die Schulpsychologische Beratungsstelle in Tübingen steht indes betroffenen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern zur Verfügung. Betroffene Eltern wurden durch die Schulleitung informiert. Noch am Montag fand eine Sitzung des schulischen Krisenteams statt. Der Vorfall wird am Dienstag zudem von den Lehrkräften der GSR mit den Klassen thematisiert und besprochen, wie der Konrektor der Schule, Erhard Jaschke, auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE bestätigte. Zum Hergang des Unfalls und zur Art der Verletzungen wollte er sich mit dem Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Bürgermeister vor Ort

Kurz nach dem Vorfall war Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Gegenüber dieser Zeitung drückte er sein Bedauern über den Vorfall aus. „Unsere Gedanken sind bei den verletzten Kindern und ihren Angehörigen“, so Rebmann. „Wir hoffen, dass die Kinder schnell wieder gesund werden.“ Ähnlich äußerte sich die Freiwillige Feuerwehr in Bad Urach auf ihrer Facebookseite: „Wir wünschen allen Verletzten und Betroffenen alles Gute und schnelle Genesung.“

Auch Reutlingens Kreisbrandmeister Wolfram Auch machte sich gestern an der Unglücksstelle selbst ein Bild. Gegenüber der SÜDWEST PRESSE wollte sich der Kreisbrandmeister allerdings nicht zu dem Vorfall äußern.

Die Freiwilligen Feuerwehren stellen im Bereich der Brandschutzerziehung eine tragende Säule dar. An vielen Schulen in der Region sind es die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die den Schülern das Thema näher bringen. Löschfahrzeuge sorgen für Staunen, eine Fahrt in der Drehleiter gehört für viele Kinder zu den Highlights, wenn die Feuerwehr zu Gast ist.

Und natürlich ist „echtes Feuer“ für die Kinder mit am interessantesten  – und in den allermeisten Fällen kommt es nicht zu Unfällen. Die Arbeit der Feuerwehrleute bei der Brandschutzerziehung rückt selten in den Vordergrund und läuft zumeist unbeachtet von der Öffentlichkeit ab.  Schlagzeilen gibt es meist nur bei einem Unfall, wie nun in der Kurstadt.

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