Bad Urach Schwierige Arbeiten am Gustav-Magenwirth-Weg

© Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / PETER KIEDAISCH 14.11.2013
Nach einem durch Dauerregen hervorgerufenen Erdrutsch mussten Anfang Juni einige Anwohner des Gustav-Magenwirth-Wegs für eine Nacht ihre Häuser verlassen. Jetzt wird der Weg saniert.

Der sich in einer Serpentine die Eichhalde hochschlängelnde Gustav-Magenwirth-Weg ist seit dem Dauerregen Anfang Juni in einem miserablen Zustand. Wie auch an der Sirchinger Steige lösten sich einige Kubikmeter Erde aus dem Hang, wodurch sogar ein Teil des asphaltierten Weges abbrach und mit dem rutschenden Hang auf den darunter liegenden Teil der Straße klatschte.

Für die noch eine Etage tieferen Anwohner der Eckisstraße verlief die Sache glimpflich, die Erdmassen schleppten sich nicht weiter hangabwärts, versperrten allerdings zunächst den Gustav-Magenwirth-Weg. Statiker begutachteten den Hang damals und gaben ihn insofern wieder frei als die Anwohner immerhin in ihre Häuser zurückkehren durften. Doch auch nachdem eine Straßenbaufirma den Schutt von der Straße räumte, war ein Befahren des Wegs undenkbar. „Doch“, erinnert sich Benjamin Berenz, der Juniorchef von Straßenbau Spingler, „ein Mal ist jemand runtergefahren“, und ergänzt: „Ein Mal und nie wieder.“ Die Frage, warum nicht? erübrige sich, sagt Berenz, wenn man oben steht, also oberhalb des Rutsches, wo die schroffen Abbruchkanten auf Autofahrer kaum vertrauenseinflößend wirken und selbst Fußgänger mit gebotenem Respekt und Abstand dicht an den Hang gedrängt vorbeigehen. Vergangene Woche hat die Firma Spingler damit begonnen, die Straße zu sanieren. Die Baustelle stuft Berenz als schwierig ein: „Eng und am Hang.“

Das sagt nicht viel, doch um es besser einschätzen zu können, hilft ein Blick auf seinen Mitarbeiter, der den 160 Grad heißen Asphalt gestern aus dem Thermofass des unten an der Straße stehenden Dreieinhalbtonners in eine Schubkarre schüttete und diese hochschob, um den Inhalt auszukippen, den Benjamin Berenz mit einem kleinen Walzenfahrzeug plattdrückte. Zuvor hatten sie in dem Weg einen Kanal verlegt, damit künftig das Hangwasser geordnet abfließen kann. Ohne künstliche Drainage versickert das Hangwasser und trifft im ungünstigsten Fall knapp unterhalb der Straße auf eine wasserundurchlässige Schicht. Fließt immer mehr Wasser nach, bildet sich eine Art Gleitfilm, auf dem der Hang schließlich abrutscht. Kommende Woche entfernen die Straßenbauarbeiter die Asphaltdecke oberhalb der Abbruchkante, damit sie darunter eine Stützmauer gefahrlos betonieren können: „Ohne, dass uns Teile der Straße auf den Kopf fallen.“ Wenn die Stützmauer steht, wird die obere Straße neu aufgebaut. Zuunterst kommen L-Steine (die mit der langen Seite aufliegen), diese werden aufgefüllt, freilich werden Drainagerohre verlegt und an den unten bereits eingebauten Kanal angeschlossen. Schließlich wird auch dort asphaltiert.

Zurzeit fahren die Anwohner über das Kolzentalsträßle, einen besseren Feldweg. Sollte es schneien, ginge das nicht mehr, da dieser Weg nicht geräumt werden kann. In dem Fall müsste die Straßenbaufirma abziehen. Insofern ist es schwer abzuschätzen, wann alles fertig sein wird.

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