Bad Urach/St Schulweg wird wieder kürzer

© Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach/St / Regine Lotterer 07.11.2013
Für Schüler vom Kispel gibt es eine gute Nachricht: Die RAB setzt ab Dezember für die morgendliche Fahrt nach Bad Urach zwei Busse ein, die über die Hanner Steige rollen können. Das spart wertvolle Zeit.

Seit dem Ende der Sommerferien erleben Schüler vom Kispel eine besondere Art der Heimatkunde: Weil die Sirchinger Steige gesperrt ist, fährt der Schulbus, der zur ersten Stunde in der Kurstadt eintreffen muss, einen beachtlichen Umweg. Erste Station nach Sirchingen, Bleichstetten und Upfingen ist Gächingen. Danach geht es über Dottingen nach Münsingen und anschließend durchs Seeburger Tal bis an die Haltestelle Wasserfall. Die Hanner Steige als Transferstrecke fiel bislang aus, da die RAB frühmorgens einen Gelenkbus im Einsatz hatte, der für schmale und kurvige Straßen nicht taugt.

Der Umweg bescherte den Schülern zwar einen idyllischen Anfahrtsweg zum Unterricht, dafür mussten sie allerdings auch schon in aller Frühe an der Bushaltestelle stehen. Um Abhilfe zu schaffen, gab es in den vergangenen Wochen Gespräche zwischen dem beauftragten Busunternehmen, der RAB, dem Kreis, der für die Schülerbeförderung zuständig ist, sowie der Stadt Bad Urach und der Gemeinde St. Johann. Gestern nun konnten die Beteiligten die Lösung des Problems präsentieren. Die RAB ersetzt den Gelenkbus, ab dem 1. Dezember sind statt seiner zwei konventionelle Busse im Einsatz, die über die Hanner Steige nach Bad Urach fahren können. Dadurch gewinnen die Schüler morgens wertvolle Zeit, nämlich ziemlich exakt 20 Minuten.

Der erste Bus fährt um 6.46 Uhr in Bleichstetten ab und erreicht die Haltestelle Thermalbad um 7.15 Uhr. Der zweite Bus fährt um 6.48 Uhr in Upfingen weg und gelangt gleichfalls um 7.15 Uhr an die Haltestelle am Thermalbad. Bis zum Schulbeginn bleibt für die Kinder vom Kispel dann immer noch reichlich Zeit. Dieser Puffer ist freilich bewusst eingebaut, da während des Winters eine klare Maßgabe besteht, was den Schülerverkehr auf der Hanner Steige betrifft: Gefahren wird nur, wenn der Schwarzbelag zu sehen ist. Liegen Eis und Schnee, gelangen die Schüler über Gächingen, Dottingen und das Seeburger Tal bis ins Schulzentrum der Kurstadt. Im Zweifelsfall entscheidet der Busfahrer, welche Route er wählt. Allerdings, sagen die Verantwortlichen, genieße der Winterdienst auf der Hanner Steige hohe Priorität, so lange dort Schulbusse unterwegs sind. Ähnliches gilt für die Feldwege, die die Gemeinde St. Johann für den Busverkehr freigegeben hat. Deren Bürgermeister Eberhard Wolf zeigte sich gestern ebenso wie sein Bad Uracher Amtskollege Elmar Rebmann froh über die nun erreichte Lösung. Eine Lösung, für die die beiden Kommunen auch bereit waren, Geld in die Hand zu nehmen, weil mit dem Umstieg auf zwei Busse zusätzliche Kosten von rund 22 000 Euro entstehen, wie Johannes Braun von der RAB ausführte. An deren Finanzierung beteiligen sich sowohl Bad Urach und St. Johann als auch der Kreis und die RAB. Das Busunternehmen hofft indessen, dass die Sirchinger Steige spätestens zum Ende der Sommerferien 2014 wieder für den Verkehr frei gegeben ist. In dieser Angelegenheit hatten Hans-Jürgen Stede und Elmar Rebmann gestern zumindest eine gute Nachricht: Die ersten Arbeiten sollen demnächst vergeben werden, sodass die Fachleute noch in diesem Jahr mit der Sanierung der wichtigen Verkehrsverbindung starten können.

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