Wir freuen uns, dass die Sache in die Gänge kommt“, urteilt Dettingens CDU-Vorsitzender Wolfgang Budweg: Die Rede ist vom Umbau der Schlössleskurve zwischen Dettingen und Neuhausen, einem ungeliebten Unfallschwerpunkt im Ermstal. Der wird ausgemerzt, aber nicht so schnell wie erwartet: Umgebaut wird die Kreuzung erst Anfang 2020 – nicht, wie geplant, schon Mitte dieses Jahres.

Der neue Zeitplan hat sich kurzfristig ergeben, und zwar gestern in einer Sitzung aller Beteiligten (Vertreter von Landkreis und Regierungspräsidium sowie der Kommunen Dettingen und Metzingen), informiert Dettingens Hauptamtsleiter Manuel Höllwarth.

Bei den Experten des Straßenbauamtes seien Zweifel aufgekommen, ob der veranschlagte Terminplan einzuhalten ist: Im Anschluss an den Umbau des reinen Kreuzungsbereichs steht nämlich noch die Sanierung des Straßenbelags an. „Das erhöht den Aufwand für die Bautrupps und verlängert die Arbeiten.“

Die Verantwortlichen fürchten jetzt, dass sich die Baustelle bei planmäßigem Beginn Mitte 2019 bis in den Winter schleppt und witterungsbedingt stillsteht. Und das wollen die Experten vermeiden, weil die Pause „zu einem verkehrstechnisch höchst ungünstigen Zeitpunkt anstehen könnte“, so der Hauptamtsleiter weiter.

Denn: Die Kreuzung besteht bekanntlich aus drei Ästen (B 28, Neuhausen, Dettingen), die für Anschlussarbeiten im Lauf der Baumaßnahme jeweils kurzzeitig voll gesperrt werden.

„Sollte gerade im Lauf der Anschlussarbeiten ein Wintereinbruch kommen, müsste einer dieser Abzweige längerfristig gesperrt werden, was nicht zu verantworten wäre.“

Kurz: Der neue Fahrplan sieht vor, Anfang 2020, gleich nach dem Ende des bevorstehenden Winters, mit dem Umbau zu starten und dann rechtzeitig vor der nächsten kalten Jahreszeit fertig zu sein.

Rechtlich dürfte dem Projekt bis dahin nicht mehr viel im Wege stehen. Der Dettinger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Satzungsbeschluss für den Umbau der Kreuzung gefasst – Neuhausens Ortschaftsräte sollen in der kommenden Woche folgen.

Viele Neuhäuser und Dettinger stellen für den Umbau Grundstücke zu Verfügung. Seitens der Öffentlichkeit gab es jedoch keine Einwände gegen den Bebauungsplan, so Dettingens Bürgermeister Michael Hillert. Naturschützer hatten allerdings bedauert, dass für den Ausbau der Kreuzung einige Bäume weichen müssen.

Zu früh gefreut hatten sich seine Gemeinderäte Wolfgang Budweg und dessen FWV-Kollege Wolfram Beck (“das geht ja recht zügig“) am Donnerstag über den zeitnahen Baubeginn, den die Verwaltung noch in der Sitzung angekündigt hatte. CDU-Rat Dr. Michael Allmendinger interessierte sich indessen für die Geschwindigkeit, die es nach dem Umbau in der Kurve Richtung Neuhausen einzuhalten gilt. Laut Dettingens Ortsbaumeister Felix Schiffner darf der Tacho dort 70 Kilometer pro Stunde zeigen.

In der Schlössleskurve ändert sich in Zukunft die Verkehrsregelung an der Einmündung auf die B 28. Momentan hat der aus Richtung Neuhausen kommende Verkehr Vorfahrt. Vorfahrtsberechtigt ist künftig die Straße von Dettingen zur B 28, weil dort das höchste Verkehrsaufkommen besteht. Zudem kann dann auch der Schwerlastverkehr aus dem Dettinger Industriegebiet Vogelsang direkt und schnell auf die B 28 einbiegen.

Die Kreuzung am Wasserschlössle zählt vor allem in der Rush-Hour zu den Stau-Schwerpunkten im Ermstal. Immer wieder gab es dort auch Unfälle. Die Kosten für den Umbau in Höhe von knapp einer Million Euro tragen Land und Bund. Die Kommunen übernehmen die Planung unter der Ägide der Stadt Metzingen. Dettingen und Metzingen teilen sich das Honorar in Höhe von insgesamt 116 000 Euro.

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Zwei Gemeinden, nämlich Dettingen und Metzingen, teilen sich die Planungskosten in Sachen Schlössleskurve. Für den reinen Umbau kommen Bund und Land auf.