Dettingen an der Erms Schlachtplatte schmeckt auch bei schlechtem Wetter

Vor allem bei den kleinen Gästen der Tierschau standen die flauschigen Karnickel gut im Kurs. Foto: Kirsten Oechsner
Vor allem bei den kleinen Gästen der Tierschau standen die flauschigen Karnickel gut im Kurs. Foto: Kirsten Oechsner
Dettingen an der Erms / KIRSTEN OECHSNER 12.11.2013
Die Lokalschau der Kaninchenzüchter ist alles andere als eine vereinsinterne Veranstaltung: Der Mittagstisch ist bei den Dettingern beliebt, das Vereinsheim war am Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt.

Vorsitzende Helga Friz hatte am Sonntag gleich doppelten Grund zur Freude: "Das Wetter macht uns gar nicht zu schaffen", meint sie mit Blick in das bis auf den letzten Platz besetzte Vereinsheim. In Dettingen ist die Verbundenheit zu den Kaninchenzüchtern groß, sie sind Teil der Dorf- und Vereinsgemeinschaft: Bei Schlachtplatte, Saiten oder Fischweckle ließen es sich die Besucher gut gehen.

Sehr zufrieden fällt auch Helga Friz Bilanz der Lokalschau aus, die Züchter hatten 42 Tiere in sieben Rassen ausgestellt: "Es sind recht gute Tiere von hoher Qualität." Das jedenfalls hatte am Samstag Prüferin Christine Hahn den Dettinger Kaninchenzüchtern attestiert. Über einen Landesverbandsehrenpreis kann sich Klaus Friz (Kleinwidder chin) freuen. Er erhielt dafür auch einen Ehrenpreis der Gemeinde ebenso wie Nicole Klingberg (Zwergwidder grau/weiß), die Zuchtgemeinschaft Febel/Klingberg (Dalmatiner-Rex schwarz/weiß) und Franziska Klingberg (Zwergrex rhönfarbig). Auch für die Jugend hat die Gemeinde Ehrenpreise ausgelobt, die bekamen Noah Friz (Zwergwidder thüringerfarben) und Adrian Friz (Zwergwidder thüringerfarben/weiß) überreicht. Über den Titel der Vereinsmeisterin kann sich Nicole Klingberg mit ihrem Zwergwidder grau/weiß freuen, wofür sie 385 Punkte erhielt.

Mit 384 Punkten holte sich Klaus Friz mit seinem Deutschen Kleinwidder chin den zweiten Platz, ihm folgte Franziska Klingberg mit ihrem Zwergrex rhönfarbig und 381 Punkten. Der Titel bei der Jugend ging an Noah Friz (Zwergwidder thüringerfarbig/ 379,5 Punkte) und Adrian Friz (Zwergwidder thüringerfarbig/weiß/ 379 Punkte).

Die beiden sind derzeit die einzigen Nachwuchs-Züchter: "Es dürften mehr sein", meint Helga Friz zur augenblicklichen Situation. "Auch im Erwachsenen-Bereich könnten wir frischen Schwung vertragen." Der 1912 gegründete Kaninchenzuchtverein hat derzeit 62 Mitglieder, wobei viele passiv mit dabei sein.

Die Gründe fürs zurückgehende Interesse an der Kaninchenzucht sind laut Ausstellungsleiterin Nicole Klingberg vielfältig, zum einen wollen die Menschen immer weniger langfristig Verantwortung übernehmen. Nicht zuletzt würden auch die Bestimmungen immer strenger, man brauche für die Tiere immer mehr Platz: "Und den hat nicht mehr jeder." Dabei handele es sich laut Helga Friz um ein schönes Hobby, das geprägt sei von der Liebe zum Tier: "Es ist immer wieder schön, wenn die Kaninchen im Frühjahr zur Welt kommen und es im Stall wuselt", beschreibt sie ihre Motivation. Man begleite die Tiere durch den Jahreslauf und sehe sie aufwachsen: "Es ist schön zu sehen, was aus ihnen wird. Dabei hat die Natur ihre eigenen Gesetze."

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