Bad Urach/Metzingen / SWP  Uhr
Das Regierungspräsidium hat die Planfeststellungsverfahren für die ersten beiden Abschnitte des ersten Moduls der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb eingeleitet. Die Pläne liegen ab Montag zur Einsicht aus.

Die Elektrifizierung der Ermstalbahn zwischen Metzingen und Bad Urach und damit die Regional-Stadtbahn kommen voran. Das Regierungspräsidium Tübingen hat gestern bekannt gegeben, das entsprechende Planfeststellungsverfahren eingeleitet zu haben. Zunächst geht es um Oberleitungsanlagen zwischen Metzingen, Dettingen und Bad Urach. Die Planunterlagen liegen ab Montag, 11. Januar, zur öffentlichen Einsichtnahme in den jeweiligen Kommunen aus.

Mit dem Gesamtvorhaben Regional-Stadtbahn Neckar-Alb sollen die Städte Tübingen und Reutlingen und die Region umsteigefrei verbunden werden. Zunächst werden die bestehenden Eisenbahnstrecken der Region elektrifiziert, um eine Erhöhung der Taktfrequenz zu ermöglichen.

Teilweise ist auch die Errichtung neuer Haltepunkte geplant. In den Innenstädten von Tübingen und Reutlingen ist später der Neubau von Stadtbahnlinien als Straßenbahnen vorgesehen, die an den jeweiligen Bahnhöfen mit den bestehenden Eisenbahnstrecken verbunden werden sollen.

Das Modul 1 ist die erste Ausbaustufe des Gesamtvorhabens Regional-Stadtbahn Neckar-Alb und beinhaltet die Elektrifizierung und den Ausbau der Bestandsstrecken Ermstalbahn (Metzingen - Bad Urach) und Ammertalbahn (Tübingen - Herrenberg).

Der Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt umfasst die Anpassung des südlichen Bahnhofskopfes bis einschließlich Einfahrtsignal im Bahnhof Metzingen und unter anderem auch die Herstellung eines neuen Bahnsteigs.

Der zweite Abschnitt umfasst den 10,4 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Metzingen und Bad Urach. Neben der Elektrifizierung der Strecke und der erforderlichen Folgemaßnahmen ist auch die Verlängerung der Bahnsteige einschließlich der Anpassung von Bahnsteigzugängen und Reisendenübergängen, der Neubau eines Kreuzungsbahnhofes in Dettingen-Gsaidt sowie die Verlängerung eines Ausziehgleises in Bad Urach geplant. Durch den Neubau eines Kreuzungsbahnhofes in Dettingen-Gsaidt wird eine Kapazitätssteigerung auf der gesamten Strecke ermöglicht.

Entlang der Strecke werden in einzelnen Bereichen die Grenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung überschritten. Hierfür sind Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

Während der Bauarbeiten sind Überschreitungen der einschlägigen Richtwerte der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm zu erwarten. Dabei handelt es sich jedoch um zeitlich und räumlich eng begrenzte Richtwertüberschreitungen. Zum Schutz der betroffenen Anwohner plant der Vorhabenträger den Einsatz möglichst lärmarmer Maschinen und Geräte sowie die Nutzung möglichst lärmarmer Methoden für die Herstellung der Mastfundamente. Daneben sollen vor allem störende Bauarbeiten auf den Tagzeitraum beschränkt werden und nur in begründeten Ausnahmen Arbeiten während der Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr durchgeführt werden. Der Vorhabenträger plant, die Anwohner über schallintensive Baumaßnahmen rechtzeitig und umfassend zu informieren. Hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit ergeben sich laut Planung keine nachteiligen Auswirkungen. Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz besonders sensibler Geräte werden zur Reduzierung der magnetischen Induktion nur im westlichen Industriegebiet Dettingen notwendig. Hier ist die Verwendung von beidseitigen Rückleiterseilen geplant.

Zum Ausgleich der projektbedingten Eingriffe in Natur und Landschaft sind im landschaftspflegerischen Begleitplan trassennahe, aber auch trassenferne Kompensationsmaßnahmen wie die Anlage einer extensiven Mähwiese oder die Pflanzung von Obstbäumen vorgesehen. Mit diesen Maßnahmen sollen alle vorhabenbedingten Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert werden.

Für die Umsetzung der Planung ist der Rückgriff auf private und öffentliche Flächen erforderlich. Lage und Umfang sind den Planunterlagen zu entnehmen.

Einwendungen können schriftlich oder zur Niederschrift bis einschließlich 24. Februar erhoben werden. Einwendungen per E-Mail sind nicht möglich.

Näheres zur Planung kann den in den jeweiligen Gemeinden ausliegenden Planunterlagen entnommen werden. Ab Montag, 11. Januar, sind die Unterlagen auch im Internet auf der Seite des Regierungspräsidiums unter Bekanntmachungen/Planfeststellungsverfahren zu finden.